Was sind ETCs?

Rohstoff-ETCs erfreuen sich auch bei Privatanlegern zunehmender Beliebtheit. Das liegt daran, dass deren Preise in den vergangenen Jahren rasant gestiegen sind. Anleger sollten dennoch vorsichtig sein, ein Totalverlust ist bei ETCs nicht ausgeschlossen. Was ETCs eigentlich sind, was sie bei Anlegern so beliebt macht und warum ein Totalverlust der Anlage möglich ist, erfahren Sie hier!

An Spotpreis oder Rohstoff-Future gekoppelt

Die Abkürzung ETC steht für „Exchange Traded Commodities“, also für börsengehandelte Wertpapiere, die Anlegern eine Investition in Rohstoffe erlauben und auch als Rohstofffonds bezeichnet werden.

Genau genommen handelt es sich dabei aber nicht um Fonds, sondern um ganz spezielle Zertifikate: ETCs sind Schuldverschreibungen, die, ähnlich wie ETFs, Basiswerte abbilden und somit an die Wertentwicklung von Rohstoffpreisen gekoppelt sind – und zwar entweder direkt an den Spot-Preis oder an einen Rohstoff-Future. Die kleinste handelbare Einheit ist ein ETC-Anteil. ETCs sind eine Alternative zur Rohstoffaktie und dem direkten Erwerb von Rohstoffen; eine tatsächliche Lieferung der Rohstoffe erfolgt nicht.

ETCs in Abgrenzung zu ETFs

ETCs spiegeln den Preis eines zugrundeliegenden Basiswerts wider und sind ähnlich gestaltet wie ETFs. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Anlagearten ist vor allem die rechtliche Struktur. Während ETFs Sondervermögen sind, handelt es sich bei ETCs um unbefristete und besicherte Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten. Neben dem Marktrisiko haben ETCs deshalb auch ein schwer abzuschätzendes Emittentenrisiko, das aber immer im Einzelfall abgeklärt werden muss.

Geht der Herausgeber pleite, sind ETCs nicht geschützt, weil für sie gilt, was für alle Zertifikate gilt: Sie gehören nicht zum Sondervermögen (im Gegensatz zum Beispiel zu Aktienfonds). Die Ansprüche des Anlegers würden behandelt wie Ansprüche anderer möglicher Gläubiger. Um die Gefahr bei einer Insolvenz des Emittenten für den Anleger zu verringern, werden ETCs im Gegensatz zu normalen Zertifikaten (Mehr über Zertifikate-Arten) in der Regel besichert.

Pro und Contra: ETCs im Anlagecheck

ETCs sind auf verschiedene Arten besichert, zum Beispiel durch physische Rohstoffkörbe (Baskets) und durch einzelne Rohstoffe. Ein Beispiel: Deutschlands umsatzstärkster Gold-ETC „Xetra-Gold“ von Deutsche Börse Commodities lagert den Gegenwert des investierten Kapitals in Form von Barren ein. Die Gefahr, durch die Pleite eines Emittenten Geld zu verlieren, ist aber dennoch nicht gleich null, ein Emittentenrisiko besteht immer. Anleger haben im Falle einer Insolvenz des Anbieters aber zumindest Anspruch auf den Gegenwert der Besicherung.

Der Handel mit ETCs hat aber auch große Vorteile: Wie bereits erwähnt können Anleger mit ETCs sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen des Basiswerts profitieren. Ebenso wie bei ETFs fällt bei ETCs kein Ausgabeaufschlag an und der Anleger muss nur geringe Managementgebühren zahlen. Weitere Vorteile sind der einfache Marktzugang und die hohe Transparenz durch die tägliche Quotierung – vor allem die Edelmetallpreise werden täglich in den wichtigsten Zeitungen, im Fernsehen und in anderen Nachrichtenquellen veröffentlicht. Der ETC-Handel ist außerdem hochliquide und der Anleger muss keine Übernachtgebühren zahlen.

ETCs werden während der gesamten Handelszeit an der Börse gehandelt. Investoren haben durch den elektronischen Handel schnellen Zugriff auf eine breite Auswahl von Rohstoffen. Kauf- und Verkaufaufträge können Investoren über ihre Bank oder ihren Broker platzieren. Beim Handel mit ETCs können auch – wie beim Aktienhandel – Market-, Limit- und Stop-Loss-Orders vorgegeben werden.

Alles verstanden? Nein? Dann: Finger weg!

Trotz aller Vorteile sollten Anleger genau verstanden haben, wie ETCs funktionieren, bevor sie in solche Produkte investieren. Holen Sie sich unbedingt weitere Informationen bei Ihrem Anlageberater und eventuell bei der Verbraucherzentrale sowie Börsenexperten ein. Denn: Nicht alle ETCs bilden den tatsächlichen Goldpreis ab, weil sie in Goldfutures investieren. Damit vermeiden die Emittenten das Problem, Gold tatsächlich lagern zu müssen.

Problem bei ETCs

Für den Anleger entsteht folgendes Problem: Die Preise für Termingeschäfte können vom tatsächlichen Goldpreis abweichen. Beispielsweise kann der Goldpreis steigen, während der Preis für ein Termingeschäft auf Gold sinkt. Deshalb gilt immer: Wer nicht verstanden hat, welche Risiken die Produkte bergen und wie ihre Kurse zustande kommen, der sollte sie nicht kaufen.

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