Welche Arten von Goldmünzen gibt es?

Wer sich mit Sammlermünzen auskennt oder schon einmal einen Blick auf eine Münzsammlung geworfen hat, der weiß sicher, dass die Auswahl an wertvollen Sammlermünzen recht groß ist. Ganz ähnlich sieht es bei Gold-Anlagemünzen aus. Anders als bei Goldbarren, gibt es hier zwischen den einzelnen Münzen einige Unterschiede. Sollten Sie sich dafür entscheiden, in Goldmünzen zu investieren, lohnt es sich also, sich vorher einen Überblick zu verschaffen, welche Anlagemünzen Ihnen zur Auswahl stehen. Die grundsätzlichen Unterscheidungsmerkmale zwischen allen Münzen sind neben dem Motiv der Prägung, die Größe der Münze und die Feinheit ihres Goldgehaltes. Vor allem die beiden letztgenannten Punkte machen letztendlich auch den Wert der Münze aus. Natürlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel die Beliebtheit der Münze oder ihr Anteil am gesamten Markt. Daher sollten Sie sich Zeit nehmen, die Vor- und Nachteile Ihrer Wunschmünze gegeneinander abzuwägen, ehe Sie sich endgültig entscheiden.

Aus diesem Grund, hier ein Überblick über die wichtigsten Anlagemünzen:

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    Der südafrikanische Krugerrand

    Vielleicht haben Sie bereits vom Krugerrand (sprich Krügerrand) gehört. Es wäre nicht verwunderlich, denn der südafrikanische Krugerrand ist die älteste und bekannteste...

    Der südafrikanische Krugerrand

    Vielleicht haben Sie bereits vom Krugerrand (sprich Krügerrand) gehört. Es wäre nicht verwunderlich, denn der südafrikanische Krugerrand ist die älteste und bekannteste Anlagemünze in der ganzen Welt. Sie wird seit 1967 in der South African Mint in Pretoria geprägt. Namenspatron des Krugerrand ist der burische General Stephanus Johannus Paulus Kruger, genannt Paul Kruger. Der zweite Bestandteil des Namens bezeichnet die südafrikanische Währung Rand. Auf der Vorderseite der Münze finden Sie das Porträt von Paul Kruger, die Rückseite ziert das südafrikanische Nationaltier: Die Springbockantilope. Auf dem Rand befindet sich die Inschrift „SUID AFRIKA“ sowie „SOUTH AFRICA“. Unverkennbar ist auch die rötliche Färbung des Krugerrands. Dies ist der besonderen Legierung der Münze geschuldet, einer 916,6er Goldlegierung. Die übrigen Münzanteile bestehen aus Kupfer, wodurch der rote Farbton entsteht. Dank dieser speziellen Legierung wird zugleich die Kratzfestigkeit der Münze erhöht. Obwohl der Goldanteil des Krugerrands geringer ist als bei manchen anderen Anlagemünzen, genießt er große Beliebtheit. Der Hauptgrund hierfür ist die Tatsache, dass Sie für den Krugerrand den geringsten Aufpreis auf den an den Edelmetallbörsen festgelegten Kassakurs zahlen müssen. Zudem nimmt die Münze mit 30 Prozent den größten Marktanteil unter den gehandelten Münzanteilen ein.

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    Die Maple Leaf

    Die zweitälteste Anlagemünze ist gleichzeitig auch diejenige, die in der Beliebtheitsskala auf Platz zwei rangiert: Die kanadische Maple Leaf. Sie wird seit 1979 geprägt. Wie der...

    Die Maple Leaf

    Die zweitälteste Anlagemünze ist gleichzeitig auch diejenige, die in der Beliebtheitsskala auf Platz zwei rangiert: Die kanadische Maple Leaf. Sie wird seit 1979 geprägt. Wie der Name „Maple Leaf“, zu Deutsch „Ahornblatt“, bereits vermuten lässt, ist auf der Vorderseite der Münze das kanadische Ahornblatt eingeprägt, das auch die Nationalflagge ziert. Auf der Rückseite finden Sie das Porträt der englischen Königin nebst dem Nennwert und dem Prägejahr der Münze. Während das Ahornblattmotiv stets gleich bleibt, wird das Konterfei der Queen öfter einmal einer kleinen Veränderung unterzogen.
    Besonders beliebt wurde die Maple Leaf ungefähr ab dem Jahr 1986. Von 1986 bis 1999 gab es einen Boykott des Krugerrands. In dieser Zeit boten die Banken vermehrt die Maple Leaf als Alternativanlage an. Daneben kann die Münze jedoch auch mit einem Feingehalt von 99,99 aufwarten und ist auch als Silber-, Platin- und sogar Palladiumprägung erhältlich. Zudem ist der Verkauf der Maple Leaf in allen EU-Staaten und der Schweiz mehrwertsteuerbefreit.

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    Der American Eagle

    Vielleicht haben Sie bereits vom Krugerrand (sprich Krügerrand) gehört. Es wäre nicht verwunderlich, denn der südafrikanische Krugerrand ist die älteste und bekannteste...

    Der American Eagle

    Der American Eagle kommt, wie unschwer zu erraten ist, aus den USA. 1986 wurde er zum ersten Mal aufgelegt. In seinem Aussehen ist der American Eagle den Goldmünzen aus der Gründerzeit nachempfunden. Auf der Vorderseite ist die Lady of Liberty zu sehen, nach einem Entwurf von Augustus Saint-Gardens. Die Rückseite ziert ein Adler im Sturzflug. Der American Eagle weist eine etwas dunklere Färbung auf. Grund hierfür sind ein 5,33 prozenti- ger Anteil von Kupfer und ein 3-prozentiger Silberanteil. Der Feingoldanteil des American Eagle macht nur 91,67 Prozent aus, weswegen diese Münze in Europa eher weniger beliebt ist. Dafür könnte der American Eagle in den USA theoretisch als offizielles Zahlungsmittel genutzt werden. Sie können die Münze in vier verschiedenen Größen erhalten: 1/10, ¼, ½ und 1 oz. Abhängig von der Größe beträgt der Nominalwert der Münze 5, 10, 25 oder 30 Dollar. In ihrer Eigenschaft als Anlegermünze entspricht der Marktwert des American Eagle ungefähr dem jeweils aktuellen Börsenpreis für Gold.

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    Die Britannia

    Eine weitere Anlegermünze aus dem englischsprachigen Raum ist die Britannia, die, wie ihr Name schon erahnen lässt, aus Großbritannien stammt und seit 1987 von...

    Die Britannia

    Eine weitere Anlegermünze aus dem englischsprachigen Raum ist die Britannia, die, wie ihr Name schon erahnen lässt, aus Großbritannien stammt und seit 1987 von der British Royal Mint geprägt wird. Damit ist sie zugleich die erste europäische Anlegermünze. Sie ist in drei Größen erhältlich: 1/10 oz mit einem Durchmesser von 16,5 Millimetern und einem Nennwert von 10 Pfund, ¼ oz mit einem Durchmesser von 22 Millimetern und einem Nennwert von 25 Pfund oder als 1 Unze mit einem Durchmesser von 32,36 Millimetern und einem Nennwert von 100 Britischen Pfund. Die Britannia weist eine Feinheit von 916,66 auf. Dies entspricht 22 Karat. Ihr Anteil am Markt beträgt etwa ein Prozent. Ihren Namen verdankt die Britannia in erster Linie den Romano-Briten, die das Land Britannien in weiblicher Form als Gottheit verehrten. Bis in die heutige Zeit ist Britannia als Symbol für das gesamte Königreich Großbritannien erhalten geblieben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die personifizierte Britannia auch die Vorderseite der Anlegermünze ziert. Dort ist sie in gezacktem Rahmen mit wehendem Gewand, Helm, Schild und Dreizack abgebildet. Auf der Rückseite der Münze prangt der jeweils aktuelle Machthaber der englischen Krone, in der heutigen Zeit also Queen Elisabeth II.. Während die Rückseite der Münze schon mehrfach angepasst wurde, blieb die Vorderseite, also das Britannia-Motiv, bis ins Jahr 2000 immer unverändert. Seither verändert sich auch die Britannia-Abbildung auf der Vorderseite mit jedem ungeraden Jahr. Die Legierung der Britannia ist sogenanntes Gelbgold; sie besteht zu gleichen Teilen aus Gold und Silber. Bis zum Jahr 1989 wurde für die Legierung noch Kupfer verwandt.

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    Der Panda

    Mit dem Panda betreten wir nun den asiatischen Raum. Getreu ihrem Namen, ist auf der Vorderseite der Münze ein Pandamotiv eingeprägt, das jedes Jahr variiert wird. Auf...

    Der Panda

    Mit dem Panda betreten wir nun den asiatischen Raum. Getreu ihrem Namen, ist auf der Vorderseite der Münze ein Pandamotiv eingeprägt, das jedes Jahr variiert wird. Auf der Rückseite befindet sich der „Tempel des Himmels“ in Peking sowie das jeweilige Prägejahr der Münze. Der Feingoldgehalt dieser Münze beträgt 99,99 Prozent und ist damit sehr hoch. Üblicherweise wird der Panda mit dem Gewicht von einer Unze herausgegeben, er ist jedoch auch in eher ungewöhnlichen Maßen erhältlich: Als 1/20 Münze als 1 Kilogramm schwere Sonderprägung sowie seit 1991 auch als 1 Gramm schwere Münze. Der Nennwert des Pandas in seiner herkömmlichen Größe betrug anfänglich 100 Yuan, seit 2001 beträgt er jedoch 500 Yuan. Zwar gibt es den Panda auch in Silber, Platin und Palladium, jedoch ist er bei den meisten Bankhäusern lediglich in Gold beziehbar.

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    Der Wiener Philharmoniker

    Den Wiener Philharmoniker gibt es seit 1989. Damit ist diese europäische Münze jünger als etwa die Britannia. Ihren Namen verdankt sie dem weltberühmten Orchester, den Wiener...

    Der Wiener Philharmoniker

    Den Wiener Philharmoniker gibt es seit 1989. Damit ist diese europäische Münze jünger als etwa die Britannia. Ihren Namen verdankt sie dem weltberühmten Orchester, den Wiener Philharmonikern. Daher auch das Motiv auf der Vorderseite: Die Orgel aus dem goldenen Saal des Wiener Musikvereins nebst dem Nennwert und dem Prägejahr. Die Rückseite weist den Namen der Münze sowie verschiedene Instrumente des Orchesters auf. Es gibt den Wiener Philharmoniker in drei Größen: 1/10 Unze mit einem Durchmesser von 16 Millimetern mit einem Nennwert von 10 Euro, ¼ Unze mit einem Durchmesser von 28 Millimetern und einem Nennwert von 50 Euro sowie 1 Unze mit einem Durchmesser von 37 Millimetern und einem Nennwert von 100 Euro. Dies ist darüber hinaus die einzige europäische Anlagemünze, deren Nennwert in Euro angegeben wird. Was jedoch nicht viel zu ihrer Beliebtheit beiträgt. Der Marktumsatz des Wiener Philharmonikers lag 2004 noch bei etwa 40 Prozent und ist tendenziell fallend. Dafür genießt er jedoch in Japan und Nordamerika besondere Bedeutung. Ein unter Umständen praktischer Nebeneffekt: Sie können diese Münze als offizielles Zahlungsmittel verwenden. Der Preis orientiert sich in diesem Fall am tagesaktuellen Goldpreis. Zudem ist der Wiener Philharmoniker in den meisten Ländern von der Umsatzsteuer befreit – auch ein netter Vorteil.

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