Szenario: Eignet sich Goldschmuck als Geldanlage?

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Eine Immobilienmaklerin hat aus einer Erbschaft mehrere Schmuckstücke aus Gold erhalten. Bevor sie diese jedoch in ihrem Schmuckkästchen ablegt, macht ihr Ehemann sie darauf aufmerksam, dass der Goldpreis im Augenblick sehr hoch sei und sie mit dem Schmuck möglicherweise recht hohe Gewinne erzielen könnte. Da sie und ihr Mann durch einen Bauernhof, den sie besitzen, hohe laufende Kosten haben, bleibt kaum Geld zum Sparen übrig. Daher kommt die Frau ins Grübeln und entschließt sich letztendlich, den Schmuck zunächst in einem Auktionshaus schätzen zu lassen.

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Im Auktionshaus wird der geerbte Goldschmuck anerkennend betrachtet. Es handle sich tatsächlich um höherwertige Stücke, erfährt sie. Die Dame, die den Schmuck untersucht, erklärt ihr, dass sie, um dies festzustellen, besonders die Rückseite des Schmucks und der Uhr betrachten solle, am besten zehnfach vergrößert. Die Verarbeitung, der Zustand des Materials und mögliche vorausgegangene Reparaturen würden recht gute Rückschlüsse auf den Wert des Schmucks zulassen. Hauptsächlich gründe sich der tatsächliche Wert der Schmuckstücke jedoch auf ihrer Seltenheit. Mit seltenen historischen Stücken oder einzigartigen Schmuckstücken von namhaften Künstlern, könne man bei Auktionen sehr hohe Preise erzielen. Allerdings seien solche Stücke auch sehr schwer zu finden und zudem sehr teuer. Dafür würde Schmuck seinen Wert in der Regel dauerhaft behalten, fügt die Dame vom Auktionshaus hinzu. Eine Wertsteigerung sei hingegen eher selten.

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Nach dem Besuch im Auktionshaus, beschließt die Immobilienmaklerin, ihren Schmuck auch einmal zu einem Juwelier zu bringen. Gold sei eine sichere Anlage, hat sie gehört. Daher geht sie davon aus, dass ihr wertvoller Goldschmuck sicher ein guter Weg wäre, in Gold zu investieren. Der Juwelier belehrt sie jedoch eines Besseren:

„Auch bei unter Umständen wertvollem Goldschmuck, ist lediglich der reine Goldanteil entscheidend. Und der ist oftmals geringer, als man annimmt.“ Auf weiteres Nachfragen erfährt sie, dass Goldschmuck – selbst, wenn er nagelneu gekauft ist – als sogenanntes Altgold zähle, also Gold, das bereits verarbeitet worden ist. Zudem würde das Gold im Goldschmuck oft mit anderen Legierungen vermischt, was den Anteil des Feingoldes im jeweiligen Stück reduzieren würde.

Der Juwelier rät ihr das Aufsuchen einer Scheideanstalt, wenn sie das Gold in ihrem Schmuck verkaufen möchte. Dort würde das Altgold, also der Goldschmuck oder die Golduhr, eingeschmolzen und ermittelt, wie viel Gold sich tatsächlich darin befindet. Anhand des exakten Feingoldanteils würde man noch die fairsten Preise für Gold erzielen

Nach dem Besuch beim Juwelier muss sich die Immobilienmaklerin noch einmal die Vor- und Nachteile der beiden Optionen in Erinnerung rufen.
vor- und nachteile

Sie könnte den Schmuck als Ganzes in einer Auktion versteigern und damit unter Umständen einen Preis erhalten oder sie könnte den Schmuck einschmelzen lassen und für den Feingoldanteil darin Geld einstreichen. Wenn sie den Schmuck behielte, würde dieser seinen Wert mit der Zeit zwar nicht steigern, aber höchstwahrscheinlich auch nicht verlieren.

Für eine dauerhafte Geldanlage in wertvollen Schmuck fehlt ihr das nötige Geld. Den Schmuck müsste sie schließlich erst teuer einkaufen und darauf hoffen, ihn gewinnbringend wieder verkaufen zu können.

Letztendlich landet ihr geerbter Goldschmuck doch in ihrem Schmuckkästchen – für schlechte Zeiten. Da der Goldschmuck seinen Wert mit der Zeit kaum einbüßen dürfte, behält sie sich vor, ihn eventuell zu einem anderen Zeitpunkt zu verkaufen. Ist der Goldpreis hoch, könnte sie den Feingoldanteil in ihrem Schmuck versilbern und den Erlös vielleicht in eine andere Anlageform investieren. Oder sie könnte das Geld für eine größere Investition ausgeben, die in der Zukunft einmal anstehen könnte. Die finale Entscheidung verschiebt sie erst einmal in die Zukunft. In jedem Fall kann sie nun, mit dem Wissen von dem wertvollen Goldschmuck in ihrem Schmuckkästchen im Hinterkopf, nachts um einiges besser schlafen.

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