Immobilien - Szenario: Das Elternhaus erben
– Welche Möglichkeiten habe ich?

Das Elternhaus erben

Dass die Mutter einer jungen Frau gestorben ist, ist schlimm genug. Doch nun kommt noch mehr emotionaler Ballast auf die Alleinerbin zu: Sie erbt ihr Elternhaus. In diesem hat ihre Mutter seit dem Tod vom Vater vor sieben Jahren alleine gelebt. Die junge Frau selbst lebt mit ihrem Mann auf dem Bauernhof, den beide gemeinsam bewirtschaften – ein Lebenstraum, den sich das Ehepaar nach vielen Jahren der Sparsamkeit erfüllt hat. Ein Umzug in ihr Elternhaus ist daher keine Option. Dennoch wird ihr bei dem Gedanken, das Haus einfach zu verkaufen, das Herz schwer. Das Ehepaar hat auch keine Kinder, die das Haus als Wohnsitz nutzen könnten. Trotzdem überlegt sie fieberhaft, ob es nicht doch einen Weg geben könnte, das Haus in ihrem Besitz zu halten. Könnte sie das Haus nicht einfach vermieten?

Das Elternhaus erben

Ihr Mann ist wenig begeistert von dieser Idee. „Als Vermieter streicht man nicht nur die Miete ein, man hat auch viele Verpflichtungen, denen man nachkommen muss“, gibt er zu bedenken. Angesichts der täglich anfallenden Arbeit auf dem Bauernhof, könnte dafür keine Zeit bleiben.
Doch sie lässt sich nicht beirren. Sie lässt das Haus und das Grundstück schätzen. Als ihr die genauen Daten vorliegen, erfährt sie, dass der Sechzigerjahrebau in der nahegelegenen Kleinstadt zusammen mit dem Grundstück einen Wert von 270.000 Euro hat. Davon entfallen 150.000 Euro auf das Grundstück und 120.000 Euro auf das Gebäude selbst. Sie fasst wieder Mut – das hört sich doch gut an, findet sie. Eine Miete von über 1.000 Euro monatlich wäre da doch denkbar. Außerdem hat sie schon oft gehört, dass ein Eigenheim eine sehr solide Geldanlage sei. Schließlich heißt es doch, dass Sachwerte ihren Wert behalten. Bei Gold ist das ja auch so. Und nennt man Immobilien nicht sowieso auch „Betongold“?

Das Elternhaus erben

Ihr Ehemann ist dennoch nicht zu überzeugen. „Eine Immobilie ist auch eine ganz normale Anlage und keine todsichere Bank“, sagt er.
Damit hat er nicht Unrecht. Eine Immobilie hat einen Gegenstandswert - in ihrem Fall einen Wert von 270.000 Euro mit Grundstück – und sie wirft eventuell Erträge ab, zum Beispiel in Form von Mieteinnahmen. Auf der anderen Seite verursacht eine Immobilien jedoch auch Kosten. Diese lassen sich im Vorhinein nur schwer berechnen, denn hier spielen Faktoren wie Instandhaltung und Reparaturen eine Rolle. Man spricht von etwa zwei Prozent des Gebäudewerts, der jährlich für solche Kosten aufgewendet werden muss. Zudem haben Immobilien einen Zukunftswert, der von Haus aus ebenfalls unsicher ist. Ein Grundstück mag wertstabil sein oder gar in seinem Wert noch steigen, sofern die Lage günstig ist. Ein Gebäude allerdings bleibt ein Gebrauchsgegenstand und ist durch das Bewohnen „Verschleiß“ ausgesetzt. Hier eine Wertsteigerung herbeizuführen, ist keine leichte Aufgabe und wiederum mit Kosten verbunden.

Das Elternhaus erben

Dies erfährt sie letztendlich auch von einem Berater, den das Ehepaar aufgesucht hat, um eine neutrale Meinung zu ihrem Fall zu hören. Sie muss sich eingestehen, dass das geerbte Elternhaus nicht die ideale Anlage darstellt. Das Grundstück befindet sich in einer verschlafenen Kleinstadt und sie muss zugeben, dass ihre Eltern in den letzten Jahren nicht viel in das Haus investiert haben. Trotzdem kann sie sich nicht freien Herzens dazu durchringen, das Haus in fremde Hände zu geben. Das Ehepaar einigt sich letztendlich darauf, auch andere Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen und die Rendite, die sie mit der Immobilie erzielen könnten auch im Vergleich zu Wertpapieren zu betrachten. Auch über Möglichkeiten den Wert des Hauses zu steigern, will sie mit ihrem Mann nachdenken.

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