Szenario: Wie kann ich mein Erbe in Luxus investieren?

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Als Erbe einer sechsstelligen Summe steht einem Ingenieur die (Investment-)Welt offen. Gänzlich unverhofft kam der Geldsegen nicht, bereits in den vergangenen Jahren war klar geworden, dass er einmal über eine größere Summe Bargeld verfügen würde. Daher hatte er auch im Vorfeld bereits Informationen eingeholt und Konsumwünsche aufgeschoben. Doch jetzt ist es da, das viele Geld - und damit auch die konkreten Fragen: Wo und wie soll das Geld investiert werden? Kann ich mir Wünsche erfüllen, die ich schon länger habe und trotzdem noch genug für die Zukunft zurücklegen? Welche Investments sind sicher, welche Risiken kann und will ich eingehen?

Der zukünftige Anleger sucht Hilfe – bei einem Vermögensberater. Dieser macht zunächst eine Bestandsaufnahme und fragt dabei einige Rahmendaten ab.

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Die private Situation:

Der diplomierte Ingenieur hat einen unbefristeten Job. Sein monatliches Einkommen sichert ihm sein Auskommen, er kann davon seine Mietwohnung und die monatlich anfallenden Kosten bezahlen und bereits eine geringe Summe bei Seite legen.
In der Mietwohnung lebt der Ingenieur mit seiner Lebensgefährtin, mit der er mittelfristig eine Hochzeit und Kinder plant. Beide haben keine nennenswerten Vermögensgegenstände, meistern ihren Alltag mit ihren beiden Gehältern aber problemlos.
Behält er seinen aktuellen Lebensstandard bei, ist er von dem Erbe wirtschaftlich nicht abhängig.

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Die Wünsche:

Als Angehöriger des deutschen Mittelstandes waren Ausgaben für Luxusartikel bislang tabu. Dabei hat der Ingenieur seit Jahren ein Faible für Oldtimer, bislang kam er aber fast ausschließlich im Rahmen seines beruflichen Umfeldes und als Besucher von Oldtimer-Fachmessen in den Genuss, seiner Leidenschaft zu frönen.
Die Mietwohnung, in der das Paar lebt, wird mittelfristig voraussichtlich zu klein. Darüber hinaus wünscht es sich eine Garage, um dort auch in der Freizeit an Autos schrauben zu können.

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Die Persönlichkeit:

Der Ingenieur arbeitet gern und liebt seinen Job. Er ist konservativ und familienorientiert, geht ungern Risiken ein. Grundsätzlich ist er ein bodenständiger Mann, der sicherheitsorientiert agiert.

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Der Rat des Vermögensberaters:

Der Vermögensberater hat nach genauer Prüfung und Abwägung der Eckdaten einen Vermögensplan aufgestellt. Nach Abzug der Erbschaftssteuer bleibt dem zukünftigen Anleger noch genügend Geld übrig, um – in Abhängigkeit seiner aktuellen Situation – die bislang zurückgestellten Wünsche zu erfüllen.
Zunächst ist für den Experten wichtig, dass grundsätzlich keine wirtschaftliche Abhängigkeit von dem Erbe besteht. Im Gesamt-Mix der Geldanlagen sind hier also durchaus verschiedene Varianten möglich. Angesichts der konservativen Ausrichtung und des Faibles für Oldtimer schlägt der Experte folgendes vor: Ein Anlagemix im Verhältnis 60:10:15:15.
60 Prozent seines Erbgeldes könnte der Ingenieur in Aktien, Aktienfonds oder -zertifikate investieren. Aktieninvestments sind ein diversifiziertes Depot und genügend Geduld vorausgesetzt – langfristig verhältnismäßig sichere Anlagen und Renditebringer. Da er sich mit dem Investieren am Aktienmarkt aber nicht auskennt, sollte er möglicherweise diesbezüglich die Hilfe von Experten in Anspruch nehmen.
Weitere zehn Prozent des Erbes könnte er in Anleihen investieren. Diese gelten noch immer als sicheres Investment am Kapitalmarkt, was seiner konservativen und sicherheitsorientierten Ausrichtung entgegenkommt. Die Rendite ist bei Anleihen allerdings gering - das sollte Peter beim Investieren bewusst sein.
Bei einem Erbe in sechsstelliger Höhe, von dem keine wirtschaftliche Abhängigkeit besteht, ist auch ein Posten für Luxusanlagen durchaus einen Gedanken wert. Rund 15 Prozent setzt der Vermögensberater für diesen Posten an. Luxus ist grundsätzlich keine Notwendigkeit, bringt dem Besitzer aber oft einen Nutzen in anderer, nämlich emotionaler, Hinsicht. Daher könnte sich der Ingenieur mit einem Teil seines Erbes einen Traum erfüllen und einen Oldtimer kaufen. Da er als Automechaniker und oldtimeraffiner Mensch Erfahrung in diesem Bereich hat, kommt sowohl ein gut erhaltener Wagen als auch eine Karosse, die liebevoll wieder aufbereitet werden muss in Frage. Er sollte im Vorfeld allerdings klären, ob es sich bei diesem Liebhaberinvestment für ihn auch um eine Geldanlage handelt. In diesem Fall muss er die Suche des Fahrzeuges nach anderen Gesichtspunkten gestalten.
Der Anlageberater sieht im Gesamt-Mix auch ein Investment in Immobilien als durchaus lohnenswert an. 15 Prozent hat er dafür veranschlagt, für den Fall dass das Paar in Miete wohnen bleiben möchte. Sollte es eine Immobilie zum Selbstbewohnen in Erwägung ziehen, müsste der Anteil des Immobilieninvestments am Gesamterbe natürlich deutlich höher ausfallen. Der Aktienanteil könnte in diesem Zusammenhang sinken, auch Anleihen als Anlageobjekt könnten bei einer selbstgenutzten Immobilie möglicherweise einen kleineren Teil im Gesamt-Anlagemix ausmachen.

Regelmäßige Anlage-Überprüfung ist Pflicht

Der Anlageberater weist darauf hin, dass Anlage- und Vermögenspläne in regelmäßigen Abständen überprüft werden sollten, insbesondere dann, wenn sich die persönliche Situation des Anlegers ändert. Sobald aus wirtschaftlichen Gründen eine Abhängigkeit eintreten sollte, etwa durch Jobverlust oder ähnliches, sollten zuerst die Anlagen in Luxus und Immobilien überprüft werden, denn deren Fungibilität ist von allen Anlageformen am geringsten. Sowohl eine Immobilie als auch eine Luxusanlage wie ein Oldtimer-Auto sind unter Zeitdruck nur in den seltensten Fällen gewinnbringend abzustoßen. Aus diesem Grund plädiert der Experte auch dafür, den Anteil an diesen Anlageklassen vergleichsweise gering zu halten.

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