Schmuck verkaufen – wie erziele ich den besten Preis?

Gerade für Erben stellt sich häufig die Frage, wie sie den Schmuck, den Verwandte ihnen vermacht haben, zu Geld machen können. Der Verkauf von Schmuckstücken ist aber kein Selbstläufer und hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.

Hat man ein (vermeintlich) teures Schmuckstück in seinem Besitz, sollte man zunächst den wahren Wert ermitteln lassen. Bei Schmuck, den man selbst mit Qualitätszertifikat erworben und seitdem nicht getragen hat, wird der Wert anhand der aktuellen Materialpreise und Marktnachfrage ermittelt. Das Kaufgutachten sollte von Experten nochmals bestätigt werden, damit ein möglicher Kaufinteressent sicher gehen kann, dass das Schmuckstück seit dem Erwerb durch den Verkäufer keinen Schaden genommen hat.

Erben haben indes in den seltensten Fällen einen Herkunftsnachweis oder ein Qualitätszertifikat. Diesen bleibt nur der Gang zu renommierten Schmuckexperten, die das Stück im Hinblick auf Materialwert und eventuelle Schäden unter die Lupe nehmen. Der ermittelte Wert ist allerdings in den wenigsten Fällen mit den Preisvorstellungen der (Neu-)besitzer in Einklang zu bringen. Auch wenn man glaubt, ein wertvolles Ausnahme-Stück zu besitzen, das mehrere Jahrzehnte im Schmuckkasten von Oma oder Erbtante lag – in den allermeisten Fällen werden Verkäufer von der Realität eingeholt.
Natürlich können in Omas Schmuckkasten auch echte Schätze lagern. In diesem Fall sollte man sich einen Sofort-Verkauf aber überlegen und zunächst den Markt und die aktuelle Nachfrage beobachten. Schmuck ist auch an Trends gebunden – und diese kehren in unregelmäßigen Zyklen immer wieder. Möglicherweise ist in einigen Jahren mehr für das Erbstück zu bekommen als zum aktuellen Zeitpunkt.

Generell gilt: Schmuckstücke und Emotionen sind selten voneinander zu trennen. Schmuckbesitzer verbinden mit ihren jeweiligen Schätzen Erinnerungen, die ein möglicher Kaufinteressent nicht bereit ist, in Geld aufzuwiegen. Wer sich nur schwer von einem Schmuckstück trennen kann und am Markt nicht den erhofften Preis erzielt, der sollte sich möglicherweise überlegen, den Schmuck selbst zu tragen oder aus nostalgischen Gründen zu behalten.
Wer sein Schmuckstück dennoch auf den Markt bringen will, für den eignen sich erneut Auktionshäuser. Hier kann der Verkäufer ein Mindestgebot angeben, für den das Stück über den Tisch gehen soll – und so ein mögliches Kaufinteresse ausloten. Auktionsgebühren und die Kosten für den Qualitätscheck hat allerdings der Verkäufer zu tragen.

Der Verkauf an Juweliere bringt indes ein größeres Risiko mit sich. Der Händler wird ein Stück nur dann ankaufen, wenn er es inklusive Händlermarge, wieder verkaufen kann. Der Kaufpreis wird in der Regel also eher unterhalb der zu erwartenden Spanne bei Auktionen anzusiedeln sein. Zudem muss der Verkäufer dem Händler vertrauen – das Einholen von Angeboten verschiedener Juweliere bietet sich als Absicherungsstrategie an. Auf der anderen Seite erfolgt ein Verkauf auf diesem Weg schneller als über ein Auktionshaus. Es kommt also zusätzlich darauf an, wie schnell der Besitzer sein Schmuckinvestment zu (Bar-)Geld machen will. Allgemein lässt sich sagen, dass ein schneller Verkauf den Preis eher drücken als steigen lassen wird.

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