Uhreninvestments: Diese Hersteller sollten Sie im Auge behalten

Anleger, die sich für Uhreninvestments interessieren, kommen an den drei größten Markennamen nicht vorbei: Rolex, Omega, Philippe Patek. Auch IWC, Audemars Piguets sowie die sächsische Manufaktur Lange & Söhne sollten Uhrenliebhaber im Auge behalten. Nicht nur sind Modelle dieser Uhrenhersteller am häufigsten nachgefragt, auch im Hinblick auf Wertsteigerungspotenzial sind Anleger gut beraten, sich Uhren dieser Marken genauer anzuschauen.
Doch nicht nur der Markenname ist wichtig – erst die Verbindung eines Namens mit außergewöhnlicher Technik macht aus einer Uhr am Handgelenk eine Geldanlage mit Wertsteigerungspotenzial.

Rolex

Den Schweizer Uhrenkonzern Rolex kennt fast jeder. Nicht nur Stars und Sternchen schmücken sich gerne mit Modellen aus dem Genfer Haus, auch für Geschäftsleute und Manager gilt eine Rolex am Arm als Statussymbol. Nicht umsonst wird kein Uhrenhersteller so häufig kopiert, von keiner Marke sind so viele Fälschungen im Umlauf, wie von Rolex. Viele, die sich keine Original-Rolex leisten können, wollen trotzdem ein Stück vom (Ruhm-)Kuchen abhaben.

Für Anleger macht ein Modell den Schweizer Konzern besonders interessant: Das Chronographenmodell Daytona. Als das Modell in den Achtzigern auf dem Markt kam fand es kaum Abnehmer. Zu stark war die Konkurrenz durch Quarzmodelle, zu wenig Schnickschnack war in das Stahlmodell der Schweizer verpackt. 900 D-Mark kostete die Daytona damals – und blieb lange Zeit ein Ladenhüter. Die Uhr mit dem Paul-Newman-Zifferblatt hat seitdem aber eine kaum zu überbietende Erfolgsstory hingelegt. Inzwischen müssen Sammler bis zu 50.000 Euro auf den Tisch legen, wenn sie die Rolex Daytona ihr Eigen nennen wollen. Eine stolze Rendite für diejenigen, die sich in den 80-ern gegen den Trend für den Chronographen entschieden haben. Dass die Uhr, die Paul Newman gewidmet war, inzwischen unter Sammlern so begehrt ist, lässt sich teilweise durch die seinerseits niedrige Auflage erklären. Wieso und warum Sammler aber bereit sind, einen derartigen Preisaufschlag zu zahlen, ist nicht immer mit logischen Argumenten nachvollziehbar. Denn die Daytona bietet an Zusatzfunktionen – neben der Zeitmessung natürlich – nicht all zu viel. Dafür bietet sie Präzision und Funktionssicherheit – Merkmale, auf die Rolex bei allen seinen Modellen sehr viel Wert legt. Anleger, die auch heute noch vom Hype um die Daytona profitieren wollen, brauchen allerdings einen langen Atem. Die Uhren sind Liebhaberstücke geworden, die zu großen Teilen in den Händen von Sammlern sind. Wer das Glück hat, eine der begehrten Chronographen zu ergattern, wird einen saftigen Aufschlag zahlen müssen – und ob die Wertsteigerung in den kommenden Jahrzehnten nochmals so hoch ist, ist mehr als ungewiss.
Doch Rolex hat als Markführer im Luxussegment auch zahlreiche weitere Modelle im Angebot. Ob einer dieser Zeitmesser die Preisaufwertung der Daytona wiederholen kann steht in den Sternen. Mit einer Rolex am Handgelenk kann man als Investor allerdings nicht allzuviel verkehrt machen. Schließlich färbt ein Teil des Rolex-Images immer auch auf den Träger ab.

Für den schmaleren Geldbeutel bietet sich ein Blick auf Rolex‘ Zweitmarke an. Unter dem Markennamen „Tudor“ verkaufen die Schweizer preisgünstigere Modelle, unter denen auch weniger vermögende Uhrenliebhaber sicher fündig werden.

Patek Philippe

Uhrenliebhaber werden sie kennen – die Zeitmesser aus dem Schweizer Uhrenhaus Patek Philippe. Keine andere Marke erzielt auf Auktionen höhere Preise. Nicht selten legen Sammler für Modelle aus der Genfer Uhrenmanufaktur mehrere Millionen Euro auf den Tisch.

Anders als Konkurrent Rolex hat sich Patek Philippe auf Uhren spezialisiert, die über zahlreiche komplizierte Zusatzfunktionen – so genannte Komplikationen – verfügen. Uhrenliebhaber, die eine Patek Philippe erwerben, tragen nicht nur einen schnöden Zeitmesser am Handgelenk, sondern lesen an ihrer Uhr auch den ewigen Kalender ab. Oder sie wissen – unabhängig von Schaltjahren – welcher Tag heute ist. Und das ohne, dass sie manuell in die Zeit- und Datumsmessung eingreifen müssen.
Patek Philippe-Uhren sind also für Mechanik-Affine gemacht, je komplizierter desto besser. Nicht umsonst geht das Patent auf die Aufzugskrone, inzwischen ein unverzichtbarer Bestandteil jeder mechanischen Uhr – auf die Schweizer Manufaktur zurück. Auch für weitere Raffinessen sind die Schweizer berühmt, auch wenn sich über Sinn und Unsinn, Nutzen und praktischen Wert der teils stark komplizierten Zusatzfunktionen streiten lässt. Für Sammler sind sie unverzichtbar.

Die Schweizer stehen dabei seit eh und je für teuer aber qualitativ hochwertig. Entsprechend viel müssen Käufer auch für eine Patek Philippe auf den Tisch legen – schon die Einstiegspreise sind keine Schnäppchen. So kommt auch die derzeit teuerste Uhr aus den Werkstätten in Genf: Die Sky Moon Tourbillon Ref. 5002. Pro Jahr werden nur zwei Exemplare gefertigt und für rund 700.000 Euro pro Stück auf den Markt gebracht.
Welche Wertsteigerung Käufer zu erwarten haben, steht dabei in den Sternen. Jedoch gilt: Je mehr Komplikationen eine Uhr hat und je geringer ihre Auflage, desto wahrscheinlicher werden Sammler Liebhaberpreise für entsprechende Uhrenmodelle zahlen.

Der Ruf des Uhrenhauses, die Magie der Marke sowie die Verpflichtung der Schweizer zu qualitativ hochwertigen und komplizierten Modellen machen Patek Philippe-Uhren bei Sammlern und Liebhabern so beliebt.

IWC

Auf klassische mechanische Komplikationen spezialisiert hat sich die Schweizer Uhrenmanufaktur International Watch Company, kurz IWC. Liebhaber der IWC-Modelle wissen insbesondere Zusatzfunktionen wie den ewigen Kalender, Mondphase und Minutenrepetition zu schätzen.
Bekannt geworden ist IWC allerdings vor allem durch seine Fliegeruhren. Seit den 30er Jahren entwickeln die Schweizer Modelle für Piloten, die leicht abzulesen und auch mit Pilotenhandschuhen problemlos zu bedienen sind. Verschiedene Zeitzonen können Piloten seit Ende der 90er auf IWC-Modellen ablesen, bis heute sind die Schweizer bekannt dafür, Fliegeruhren speziell an die Bedürfnisse der Piloten im Cockpit anzupassen, etwa durch Leuchtziffern, Magnetfeldabschirmung oder weitere praktische Komplikationen.

Nicht nur für Piloten, auch für Anleger sind Fliegeruhren der Schweizer Manufaktur einen genaueren Blick wert, denn einige Modelle haben bislang enorme Wertsteigerungen erfahren. 1948 wurde zum Beispiel die Fliegeruhr „Mark XI“ – eine Fliegeruhr für die Royal Air Force für 150 D-Mark auf den Markt gebracht. Heute legen Sammler für dieses Modell mehr als 4.000 Euro auf den Tisch. Auch weitere alte „Mark“-Modelle sind in Sammlerkreisen äußerst beliebt und können ihren Besitzern beim Verkauf einen kräftigen Geldsegen bescheren.
Die ursprünglich für Piloten entwickelten Fliegeruhren aus dem Hause IWC sollten Anleger als mögliches Investment also im Auge behalten, zumal viele Modelle der Schweizer als Limitierungen auf den Markt gebracht werden. Zu beachten ist dabei allerdings, dass eine limitierte Auflage nicht per se eine Wertsteigerung mit sich bringt. Unternehmen, die die Auflage ihrer Modelle zwar kappen, dafür aber zahlreiche verschiedene Modelle auf den Markt werfen, dürften aus Anlegersicht weniger interessant sein. Zumal dann, wenn die verschiedenen Uhrenmodelle sich nur durch Nuancen unterscheiden und keine nennenswerten Innovationen oder zusätzliche Komplikationen beinhalten.

Dennoch: Fliegeruhren gehören zu den Investments, die aus Anlegersicht lohnenswert sein können. Anleger, die ohnehin ein Faible für Pilotenuhren haben, sollten daher bei IWC einen Blick riskieren.

Omega

Ebenfalls in der Schweiz beheimatet ist der Uhrenhersteller Omega. Der zur bekannten Swatch-Gruppe gehörende Traditionskonzern hat sich ebenfalls auf Modelle im gehobenen Preissegment spezialisiert, stellt aber erschwinglichere Modelle her, als etwa die Konkurrenten von Patek Philippe.

Omega sieht sich selbst als Qualitätshersteller und hat dies bereits im Markennamen verankert. Omega als letzter Buchstabe im griechischen Alphabet soll „Vollendung“ versinnbildlichen“, diesem Konzept sehen sich die Schweizer bei der Entwicklung ihrer Modelle verpflichtet.

Omega hat sich aufgrund geschickt gewählter Testimonials insbesondere in Promikreisen einen Namen gemacht. Dem ehemaligen Formel 1- Rennfahrer Michel Schumacher wurden sogar mehrere Sondermodelle gewidmet. Auch in Hollywood ist das Tragen einer Omega-Uhr zum Statussymbol geworden, seitdem unter anderem George Clooney als Werbeträger verpflichtet werden konnte. Selbst die Figur James Bond trägt in seinen Filmen häufig eine Omega.
Darüber hinaus hat sich Omega als Marke auch im öffentlichen Bewusstsein festsetzen können, indem die Schweizer als offizieller Zeitnehmer bei sportlichen Großveranstaltungen in Erscheinung traten.

Für Anleger besonders interessant dürften ältere Modelle aus dem Haus der Schweizer sein. Den Renditeturbo konnte insbesondere die Omega Speedmaster zünden, die es sogar ins All geschafft hat. US-Astronaut Buzz Aldrin hatte sie bei der Mondlandung 1969 dabei, was den Mythos der Uhr und der Marke stärkte.
Seit der Zeit der „Moon Watch“ kamen diverse Speedmaster-Nachfolger – jeweils mit unterschiedlichen Weiterentwicklungen und Zusatzfunktionen – auf den Markt. Interessierte Anleger sollten sich daher insbesondere in diesem Omega-Segment genauer umschauen.
Dass Omega darüber hinaus auch Fliegeruhren herstellt, ist im Windschatten der Speedmaster-Modelle eher eine Randnotiz. Doch auch diese Zeitmesser haben teils deutliche Wertsteigerungen erfahren.

INVESTIEREN IN UHREN

Über welchen Bereich rund um das Thema Uhren wollen Sie mehr lernen?

INVESTIEREN IN LUXUS

Über welchen Bereich rund um das Thema Luxus wollen Sie mehr lernen?