Uhren als Geldanlage - So finden Sie das richtige Modell

Generell gilt: In Uhren zu investieren kann sich für Anleger tatsächlich lohnen. Allerdings zündet nicht automatisch jede Uhr auch den Rendite-Turbo, wer sein Geld in Zeitmesser anlegen will, der muss viel Zeit und Geduld mitbringen.

Der Uhrenmarkt – Einen Überblick verschaffen

Wie bei jeder Geldanlage ist es auch beim Investieren in Uhren wichtig, sich einen Überblick über die vorherrschenden Marktbedingungen zu verschaffen. Leichter haben es dabei natürlich Anleger, die Uhren nicht als reine Geldanlage sehen, sondern dem Thema mit einer gewissen Affinität gegenüberstehen. Schließlich hat man im schlimmsten Fall eine Uhr gekauft, deren Wert nicht steigt – dann sollte sie doch wenigstens ästhetischen Ansprüchen des Käufers genügen.
Um den Markt zu sondieren, lohnt sich der Besuch von Uhrenmessen. Hier stellen Manufakturen nicht nur ihre neuesten Modelle vor, vor allem handelt es sich bei zahlreichen dieser Veranstaltungen um Hochpreis-Gebrauchtmärkte. Anleger, die sich mit dem Thema vertraut machen wollen, können so einen Blick für Angebot und Nachfrage entwickeln und sich mit den aktuellen Marktpreisen vertraut machen, die Sammler bereit sind, zu zahlen. Auch der Besuch von Juwelieren und Uhrmachern kann sich durchaus lohnen. Kommen Sie ins Gespräch mit Experten und entwickeln Sie ein Gefühl dafür, was am Markt möglich ist.

Den Investitionsrahmen abstecken

Bei jeder Art von Investment ist es wichtig, das eigene Budget im Blick zu behalten. Denn nur wenn man genau weiß, wie hoch der Verfügungsrahmen ist, den man in den Uhrenmarkt investieren will, kann man eine Auswahl treffen. Die Budgetfrage stellt sich vor allem dann, wenn Käufer zwischen dem Kauf von neuen oder gebrauchten Modellen entscheiden müssen.
Gebraucht-Uhren haben wie Gebraucht-Wagen einen Listenpreis. So können Käufer bereits im Vorfeld klar nachvollziehen, wie viel sie für ein bestimmtes Modell auf den Tisch legen müssen. Anders verhält es sich mit Sammlerstücken. Liebhaber zahlen Liebhaberpreise, bei seltenen und komplizierten Exemplaren entscheidet also nicht nur Angebot und Nachfrage, sondern insbesondere, was Sammlern das jeweilige Modell individuell wert ist.

Mode-Uhren als Investitionsobjekt vermeiden

Wer Uhren nicht nur aus ästhetischen Gründen kauft und diese auch nicht unbedingt am Handgelenk tragen will, der sollte sich nicht von aktuellen Modetrends leiten lassen. Die Chance, dass eine heute sehr beliebte Uhr mit der Zeit zu einem enorm gefragten Investitionsobjekt wird, ist eher gering. Was heute noch Trend ist, kann zudem morgen schon wieder vorbei sein. Wertbeständige Modelle, mit denen der Träger eine Aussage macht, sind daher beim Kauf eher zu empfehlen als Massenware und Schmuckuhren, die aktuell beliebt sind, aber von zahlreichen Menschen getragen werden. Zeitlos und klassisch sind die Kriterien, nach denen Uhreninvestoren ihre Modelle auswählen sollten, denn Trends kommen und gehen.
Ein Anhaltspunkt für Käufer ist in diesem Zusammenhang die Auflage. Ist diese limitiert, ist die Chance auf Wertsteigerungen deutlich höher als bei unbegrenzter Stückzahl. Auch ein Blick auf Sondereditionen kann sich in diesem Zusammenhang lohnen, sind diese doch ebenfalls limitiert. Garantiert sind Wertsteigerungen bei limitierten Auflagen allerdings nicht, denn auch Uhren-Hersteller haben diesen Trend erkannt und bringen oft zahlreiche Kleinserien auf den Markt, die sich teils nur wenig unterscheiden. Zudem ist den Uhren-Manufakturen bei besonders preisintensiven Modellen bereits im Vorfeld bewusst, dass die Käuferzahl überschaubar sein dürfte – eine Limitierung macht hier also eher für den Hersteller als für den Uhren-Investor Sinn.

Qualität und Zustand des Anlageobjekts Uhr beachten

Generell kann man sagen, dass es auf dem Markt mechanische Uhren sind, die Wertsteigerungspotenzial haben. Insbesondere bei älteren Modellen spielt aber der Zustand der Uhr eine elementare Rolle, wenn es an die Preisbildung geht. Idealerweise wurden Uhren, die als Investitionsobjekt taugen sollen, nicht getragen. Ausnahmen gibt es dabei allenfalls für Modelle, die berühmte Träger hatten und für die dieses zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Für Uhren, die im Besitz eines bekannten Sammlers oder eines Prominenten sind, zahlen Sammler Liebhaberpreise, die deutlich über die am Markt gezahlten Preise hinausgehen.
Sowohl das Gehäuse als auch das Armband sollten in tadellosem (Original-)Zustand sein, dass das Uhrwerk selbst nicht beschädigt ist, versteht sich in diesem Zusammenhang von selbst. Käufer, die Uhren als Sammlerobjekte anbieten, legen den Uhren zudem Originaldokumente sowie die Originalbox bei.
Wie bei Autos ist auch bei Uhren als Investitionsobjekte der Nachweis über die regelmäßige Wartung durch einen Experten elementar wichtig – nur so können Käufer vom tadellosen Zustand des Modells überzeugt werden.

Als Investment Uhren mit Sonderfunktionen und Komplikationen bevorzugen

Unter Sammlern und Uhrenliebhabern sind es die besonderen Uhren, die beliebt und begehrt sind.
Uhren mit Komplikationen stehen daher als Investitionsobjekt besonders hoch im Kurs. Dieser Fachbegriff bezeichnet Sonderfunktionen, die über die Zeitanzeige hinausgehen. Modelle, die eine Stoppuhr integriert haben, Mondphasen anzeigen oder korrekt zwischen zwei Zeitzonen wechseln, etwa. Minutenrepetition, Datumsanzeige und Ewiger Kalender oder Schlagwerk gehören ebenso zu den technischen Raffinessen, die den Wert einer Uhr steigern können.
Lässt man Faktoren wie Zustand und Erhalt einer Uhr außer Acht, dann lässt sich zusammenfassen: Je mehr Komplikationen in einem Uhrenmodell vereinigt sind, desto wertvoller ist die Uhr.

Beim Uhrenkauf Experten zu Rate ziehen

Für Anleger, die ihr Geld in den Uhrenmarkt investieren wollen, stellt sich die Frage, wo sie den Kauf tätigen sollen. Auf jeden Fall ist der Rat von Experten unumgänglich. Juweliere und Uhrmacher sind mit den aktuellen Gegebenheiten am Markt vertraut. Besonders für Privatkunden, die neu in den Uhrenmarkt einsteigen wollen und mit einem aktuellen Uhrenmodell auf spätere Wertsteigerungen hoffen, bieten sich Händler an. Preisvergleiche gleicher Modelle zwischen verschiedenen Juwelieren sind dabei aber dennoch unumgänglich.
Hat man eine Vintage-Uhr als Investment ins Auge gefasst, kann man auf Uhrenmessen oder Auktionen ein Schnäppchen machen. Garantien bekommt man dort allerdings keine. Man sollte daher auf spezialisierte und rennomierte Auktionshäuser setzen und immer Herkunftsnachweis und Wartungsunterlagen genau prüfen.

Uhreninvestment: Zusatzkosten beachten

Neben dem eigentlichen Kaufpreis für die Uhr muss der Käufer beachten, dass ein Uhreninvestment, das als Geldanlage dienen soll, noch Zusatzkosten verursacht. Hat man diese bei einem Auktionshaus erworben, kommen noch Kosten für den Auktionator oben drauf.
Auch über die Lagerung der Uhr – sofern sie nicht als Gebrauchsgegenstand am Handgelenk getragen wird – sollten sich Uhrenkäufer Gedanken machen. Ideal ist die Originalbox, je nach Wert und Zustand der Uhr sollte man möglicherweise eine Lagerung bei einer Bank oder in einem Safe in Erwägung ziehen.
Wichtig ist, spätestens nach fünf oder sechs Jahren eine Wartung einzuplanen. Der regelmäßige Wartungsnachweis ist im Falle eines Wiederverkaufs elementar wichtig. Hat man diesen versäumt, kann dies den Wert des Investments empfindlich schmälern.

Geldanlage in Uhren ist eine Frage der Zeit

Wer sein Geld in Uhren investiert, sollte sich eines bewusst sein: Es handelt sich nicht um ein kurzfristiges Investment. Der von Experten empfohlene Anlagehorizont entspricht mindestens zehn Jahren, oft dauert es deutlich länger, bis ein Modell eine Wertsteigerung erfährt.
Anleger müssen also Geduld mitbringen, schnelles Geld ist mit Zeitmessern nicht zu machen. Persönliches Engagement und Freude am Thema sollte daher selbstverständlich sein. So kann man sich im Zweifelsfall wenigstens an seinem Kauf erfreuen, auch wenn man kein oder nur wenig Geld damit verdient hat.

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