Exkurs: Whisky als Geldanlage

Neben Wein haben in der jüngsten Vergangenheit auch immer mehr Anlager Whisky als Investmentmöglichkeit ins Auge gefasst. Zwar ist diese Form der Geldanlage noch nicht so etabliert wie Wein-Investments, angesichts steigender Nachfrage aus Asien und Russland und teils beeindruckender Renditen sind Whisky-Investitionen aber auf dem Vormarsch.

Worauf müssen Anleger achten?

Ähnlich wie bei Wein, wo sich nur der (rote) Rebensaft bestimmter Regionen als Investition eignet, gilt auch bei Whisky: Massenware aus dem Supermarkt kann zwar schmecken, wird den Investor aus Renditegesichtspunkten aber vermutlich nicht glücklich machen. Wer Whisky als Geldanlage in Betracht zieht, sollte ausschließlich in so genannten Single Malt investieren.
Single Malt darf nur in einer einzigen Destillerie hergestellt worden sein und muss „sortenrein“ sein. Gebrannt werden dürfen echte Single Malts nur aus Gerstenmaische, nicht aus anderen Getreidearten oder gar Mischungen. Die Reifung sollte in Holzfässern erfolgen und mehrere Jahre dauern – je länger desto besser. Das macht Single Malts einzigartig, im besten Fall schmeckt jeder Whisky einer Brennerei – je nach Reifezeit, Herstellungsverfahren und Fassart anders.
Im Gegensatz dazu bedienen Blended Whiskys den Massenmarkt. Diese werden aus Whiskys mehrerer Brennereien gemischt und sind auch nicht immer sortenrein. Oftmals erfolgte die Reifung schnell, um die Ware so bald wie möglich in den Verkauf zu bringen.

Anleger sollten auf Originalabfüllungen achten – der Whisky sollte unmittelbar vom Hersteller seinen Weg in die Flasche gefunden haben. Auch der Name ist Prestige – in den vergangenen Jahren haben sich fast ausschließlich Whiskys aus schottischen Brennereien mit prestigeträchtigen Namen als Renditebringer erwiesen.

Wie bei Wein gilt auch bei Whisky: Ist das Angebot limitiert, steigert dies die Nachfrage. Daher sind alte Whiskys die mit der bislang höchsten Wertsteigerung, denn es gibt nur noch wenige Flaschen auf dem Markt. Allerdings liegen die Einstiegspreise für jahrzehntealte Flaschen oder Fässer sehr hoch, wenn sie denn überhaupt auf dem freien Markt zu erwerben sind. Aus Renditegesichtspunkten muss man sich daher die Frage stellen, ob das Wertsteigerungspotenzial bereits ausgeschöpft oder noch Luft nach oben ist.
Viele Destillerien bringen auch heute noch limitierte Whiskys auf den Markt. Für Anleger bedeutet dies: Nur wenn weniger als 10.000 Flaschen im Umlauf sind, gibt es Potenzial für Wertsteigerungen.
Besondere Kleinode mit vielversprechender Rendite sind Whiskys aus so genannten „lost distillerys“. Diese Brennereien sind geschlossen und werden mit Sicherheit keinerlei Nachschub produzieren. Das macht die Produkte der Destillerien zu raren und gefragten Anlageobjekten. Allerdings sind die Preise pro Flasche oder Fass auch entsprechend hoch, die vermutliche Rendite ist oftmals bereits eingepreist. Für Sammler bleiben entsprechende Whiskys dennoch interessant.
In der Lagerung ist Whisky deutlich unkomplizierter als Wein. Ein Keller, in dem die Temperaturen nicht allzu sehr schwanken genügt in der Regel. Die Flaschen sollte man allerdings – anders als bei Wein – stehend lagern.

Whisky als Geldanlage – Das Risiko

Anleger, die auf Sonderserien, limitierte Flaschen und große Namen setzen und zudem beim Kauf im Preisrahmen zwischen 50 und 200 Euro bleiben, dürften sich – entsprechende Geduld vorausgesetzt – über Wertsteigerungen ihres Investments freuen dürfen. Sollten die Preise wider Erwarten doch unter den Kaufpreis sinken, haben Whisky-Investoren gegenüber Aktienanlegern einen unschätzbaren Vorteil:
Sie können die Flasche öffnen und den Whisky genießen.

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