Sparen - Szenario: Endlich selber Geld verdienen
– und nun?

image description

Ein Koch-Azubi verdient nun endlich sein eigenes Geld. Und nun, da sich seine Ausbildung ihrem Ende zuneigt, sammelt sich am Monatsanfang genug Geld auf seinem Konto, dass er darüber nachdenken kann, etwas davon auf die hohe Kante zu legen. Natürlich haben seine Eltern wieder einmal ihre eigene Meinung, was er mit seinem Geld anfangen sollte. „Leg dir ein Sparbuch an!“ rät seine Mutter. „Heutzutage legst du dein Geld am besten unters eigene Kopfkissen. Nur da ist es sicher!“ hört er hingegen seinen Vater schimpfen. Der Azubi hat da jedoch eine ganz eigene Meinung und findet, wer selbst Geld verdient, sollte sich auch selbst informieren, wie man dieses clever anlegt.

image description

Viel ist es nicht, was am Monatsende übrig bleibt, muss er zugeben. Aber mit einer Sache hat sein Vater vielleicht doch Recht: Wer langsam geht, kommt auch zum Ziel.

image description

Zielstrebig macht er sich an seinem freien Tag auf den Weg zur Bank und sitzt wenig später einem Bankberater im eleganten Anzug zur Beratung gegenüber. Ihm erklärt er, dass er Geld zur Seite legen möchte, das sich, wenn möglich, noch von selbst ein bisschen vermehren sollte. Er hat da Aktiengeschäfte im Sinn und denkt an hektisch telefonierende Männer mit Krawatte, die „Sofort verkaufen!“ in ein Handy brüllen und in Sekundenschnelle aberwitzige Gewinne einstreichen. So stellt er sich das zumindest vor. Und der Herr im Anzug gegenüber macht gemessen an seiner eleganten Erscheinung offenbar auch so einiges richtig in Sachen Geld. Dieser erkundigt sich jedoch direkt nach seinem Einkommen und möchte wissen, wie viel davon er monatlich ansparen möchte. Der Azubi muss erst mal Schlucken. Dass er nun direkt Zahlen auf den Tisch legen muss, damit hat er nicht gerechnet. Trotzdem antwortet er wahrheitsgemäß: Er verdient 750 Euro im Monat und möchte etwa 50 Euro monatlich einsparen. Plötzlich kommt ihm das ein bisschen viel vor.

image description

Der Bankberater möchte nun als nächstes wissen, ob er beim Sparen ein spezielles Ziel verfolgt. Der Azubi verneint. Er wolle erst einmal ein bisschen was auf die Seite schaffen und später irgendwann sehen, wofür er das Geld brauchen kann. Vielleicht könnte er es in eine Wohnung investieren oder womöglich sogar viel später einmal in ein Haus. Oder aber er leistet sich von seinem Ersparten ein neues Auto, fügt er etwas kleinlaut hinzu.

image description

Der Bankberater nimmt seine Vorstellungen nickend zur Kenntnis. Er schlägt ihm schließlich vor, einen Bausparvertrag abzuschließen. An diese Möglichkeit hatte er nun nicht gedacht, aber er lässt sich gerne informieren.„Wenn wir eine Ansparzeit von 10 Jahren anvisieren, hätten Sie bei der Zuteilung 5.000 Euro angespart“, erklärt der Banker. „Dann können Sie, wenn Sie möchten, noch das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen. Inklusive Zinsen könnten Sie sich dann eine Summe von mehr als 10.000 Euro auszahlen lassen.“ 10.000 Euro hören sich gut an, findet der Azubi. Allerdings macht ihm der Begriff „Darlehen“ etwas Angst. Das würde doch bedeuten, dass er das alles wieder zurückzahlen muss. Das möchte er nun von seinem Bankberater wissen.

image description

Dieser kann ihn jedoch beruhigen. „Sie zahlen einfach weiterhin Ihre normale Rate von sagen wir 50 Euro im Monat. Nach der Zuteilung dient diese Rate dann der Tilgung des Darlehens.“ Der Azubi atmet auf. Da er aber offenbar immer noch nicht so ganz überzeugt wirkt, fügt der Banker hinzu: „Sie müssen das Darlehen auch nicht in Anspruch nehmen, wenn Sie nicht möchten. Sie können sich auch ihre angesparten 5.000 Euro plus Zinsen auszahlen lassen und das war es dann. Ganz wie Sie möchten.“

image description

„Könnte ich auch noch mehr ansparen als diese 5.000?“ will der Azubi noch wissen

„Auch das ist möglich“, sagt der Bankberater. „Wenn Sie bei der Zuteilung lieber noch weiter sparen möchten, ist das auch kein Problem.“

Er ist überrascht. Unter einem Bausparvertrag hat er sich etwas anderes vorgestellt. Muss man mit diesem Geld dann nicht etwas bauen? Und Vertrag klingt irgendwie nicht so flexibel, wie der Bankberater ihm das Konzept gerade erklärt. Da er nun schon so weit gekommen ist, traut er sich auch noch diese Frage zu stellen.

„Nein, nein“, sagt der Banker sofort und lächelt. „Der Name ‚Bausparvertrag‘ muss Sie nicht in die Irre führen. Sie können mit dem Geld tun, was Sie möchten. Wenn Sie allerdings ein Haus bauen oder kaufen möchten, können Sie Ihren bestehenden Bausparvertrag auch ganz praktisch mit einer Form der Immobilienfinanzierung kombinieren. Damit erleichtern Sie sich das Ganze dann ein bisschen. Sie können aber auch das Geld nehmen und sich ein neues Auto kaufen, wenn Sie das möchten.“

image description

Nach diesem Satz fallen bei dem Azubi die letzten Vorbehalte.

Eine Weile später verlässt er mit einer Mappe die Bank. Darin befinden sich seine Unterlagen zu seinem neu abgeschlossenen Bausparvertrag. Er wird nun vorerst einmal 25 Euro im Monat sparen. Dieser Betrag tut ihm im dritten Lehrjahr nicht weh. Der Bankberater hat ihm aber versichert, dass er die Sparsumme erhöhen kann, wenn er etwas mehr zurücklegen möchte. Das behält sich der Azubi dann für sein künftiges Einstiegsgehalt vor.

WAS INTERESSIERT SIE?

Über welchen Bereich rund um das Thema Sparen wollen Sie mehr lernen?