Verfügbarkeit und Gebühren

Beim Sparen spielt meist das langfristige Ziel, das man vor Augen hat, eine große Rolle. Dies kann entweder eine konkrete Anschaffung sein oder auch nur der Wunsch, ein gewisses Vermögen aufzubauen um nachts ruhiger zu schlafen. Dennoch sollte man beachten, dass abgesehen vom langfristigen Anlageziel auch immer wieder kurzfristige Ziele auftauchen können, für die man schnell Geld benötigt, sei es für eine Reparatur oder eine Behandlung des Haustiers beim Tierarzt. Man sollte sich daher darüber bewusst sein, wie lange man sein Geld bei verschiedenen Anlageformen bindet, ob bestimmte Beträge oder sogar das gesamte angelegte Geld kurzfristig verfügbar und welche Gebühren zu bezahlen sind, wenn eine Festgeldanlage vorzeitig gekündigt werden soll.

Girokonto

Sämtliches Geld auf dem Girokonto ist jederzeit verfügbar und kann am Schalter abgehoben werden. Es gibt jedoch Einschränkungen bei der Höhe des Betrags, der täglich oder wöchentlich am Automaten abgehoben werden kann oder der im Geschäft mit der EC Karte bezahlt werden kann. Hier gibt es gewisse Limits, die aber bei jeder Bank etwas anders sind und in den Konditionen des Girokontos nachgelesen werden können. Üblich ist beispielsweise, dass täglich am Automaten nur ein Betrag von maximal 1.000 Euro vom Girokonto abgehoben werden kann und dass mit der EC Karte wöchentlich nur Zahlungen von insgesamt 2.000 Euro getätigt werden können. Direkt am Bankschalter kann aber in der Regel über höhere Beträge verfügt werden, vorausgesetzt das Konto ist gedeckt.

Ein Girokonto lässt sich jedoch auch überziehen. Es kann also beispielsweise noch Geld abgehoben werden, wenn sich bereits kein Geld mehr auf dem Girokonto befindet. In diesem Fall wird der Dispokredit genutzt. Wie weit das Konto überzogen werden kann, hängt vom Verfügungsrahmen ab, der mit der Bank vereinbart wurde. Üblich ist, dass die Bank einen Dispokredit in Höhe von zwei bis drei Monatsgehältern einräumt, die Summe kann jedoch auch höher oder niedriger sein. Den Dispokredit bieten die Banken jedoch nicht umsonst an, sondern bei Inanspruchnahme werden saftige Zinsen fällig, im Schnitt zwischen 10 und 11 Prozent.

Doch auch wenn das Konto nicht überzogen wird, können je nach Bank und Kontomodell regelmäßig Gebühren für ein Girokonto fällig werden. Viele Banken verlangen beispielsweise eine monatliche Kontoführungsgebühr von mehreren Euro, andere Institute verzichten auf diese nur, wenn das Girokonto als Gehaltskonto genutzt wird und so monatlich ein gewisser Geldeingang zu verzeichnen ist. Einige Banken verlangen darüber hinaus auch ein paar Cent, wenn Überweisungen online getätigt werden oder Geld am Automaten eingezahlt wird. Meist fallen diese Gebühren weg, wenn Sparer in ein anderes Kontomodell bei der gleichen Bank wechseln, dann steigen in der Regel aber die Kontoführungsgebühren. Es gibt aber auch noch Banken, die kostenlose Girokonten ohne Bedingungen anbieten. Besitzen diese dann auch noch ein dichtes Netz an Geldautomaten und bieten akzeptable Dispozinsen an, sind sie die ideale Wahl für den kostenbewussten Sparer.

Sparbuch

Ein Sparbuch ist in der Regel kostenlos, das heißt, es fallen keine Gebühren für die Kontoeröffnung und die Kontoführung an. Es gibt jedoch auch einige negative Ausnahmen: Einige wenige Institute verlangen für alte Sparbücher Gebühren, wenn über einen längeren Zeitraum keine Kontobewegungen auf dem Sparbuch stattfinden oder der Betrag unterhalb einer Mindestsumme liegt. Diese Gebühren können dann stark ins Geld gehen. Sparer sollten diese Banken also meiden und sich beim Sparbuch für eines der zahlreichen kostenlosen Angebote entscheiden.

Auch für die Auflösung eines Sparbuchs können bei einigen Banken Kosten anfallen. Eine Möglichkeit, diese zu umgehen, besteht darin, einen kleinen Betrag, beispielsweise einen Euro, auf dem Sparbuch zu belassen und dieses einfach nicht mehr zu nutzen. Somit hätte man der Bank zwar einen Euro geschenkt, dieser Betrag liegt aber garantiert unter den Kosten, die für eine Auflösung fällig wären.

Bei der Verfügbarkeit des auf dem Sparbuch angelegten Geldes gibt es einige Einschränkungen. So kann pro Kalendermonat in der Regel nur ein Betrag bis zu 2.000 Euro vom Sparbuch abgehoben werden und dies auch nur am Schalter, also zu Banköffnungszeiten. Wer an einem Sonn- oder Feiertag Geld vom Sparbuch benötigt, hat Pech gehabt. Auch wer mehr als 2.000 Euro auf einmal benötigt, steht vor Problemen. Sind die benötigte Summe und der Zeitpunkt bereits früh bekannt, kann die entsprechende Geldsumme mit einer Frist von drei Monaten bei der Bank gekündigt werden. Nach Ablauf der Kündigungsfrist, kann sich der Besitzer des Sparbuchs die Summe dann auf einmal auszahlen lassen, egal wie hoch sie ist. Benötigt man die Summe schneller, kann also die Kündigungsfrist nicht einhalten, berechnet die Bank Vorschusszinsen.

Der Vorschusszins variiert von Bank zu Bank, ist aber meist ein Bruchteil des Zinssatzes, den der Sparer auf das Sparbuch, bzw. den dort angelegten Betrag, erhält. Die Vorschusszinsen werden auch nur auf den Betrag angewendet, der die 2.000 Euro übersteigt, die pro Kalendermonat ohne Kündigung abgehoben werden können. Für diesen Betrag ist ein Vorschusszins für 90 Tage zu bezahlen, also für den Zeitraum, der bei einer ordentlichen Kündigung hätte eingehalten werden müssen. Da die Zinsen auf einem Sparbuch nicht sehr hoch sind und der Vorschusszins nur ein Bruchteil davon ist, ist leicht erkennbar, dass die Strafzinsen im Falle einer hohen Abhebung nicht sehr hoch ausfallen. Wenn man dringend einen Betrag über 2.000 Euro von seinem Sparbuch abheben muss, kann man diese daher durchaus akzeptieren.

Tagesgeld

Ein Tagesgeldkonto ist normalerweise völlig kostenfrei. Für den Sparer fallen also keinerlei Gebühren an. Im Gegenteil: Neukunden erhalten bei der Eröffnung eines Tagesgeldkontos oft noch Prämien in Form von höheren Zinsen oder kleinen Startbeträgen, die direkt auf dem Tagesgeldkonto gutgeschrieben werden.

Auch über das Geld, das auf dem Tagesgeldkonto angelegt wurde, können Sparer jederzeit vollständig verfügen. Das geht besonders schnell, wenn neben dem Tagesgeldkonto auch noch ein Girokonto bei der gleichen Bank besteht. In diesem Fall kann man das Geld vom Tagesgeldkonto auf das Girokonto überweisen und noch am gleichen Tag von dort abheben. Denn Auszahlungen am Geldautomat direkt vom Tagesgeldkonto sind nicht möglich. Das Geld muss stattdessen immer zuerst auf ein Girokonto, das als Referenzkonto hinterlegt ist, überwiesen werden. Vor dort aus kann es dann weiter auf andere Konten transferiert oder ausgezahlt werden. Da Tagesgeldkonten meist vollständig online geführt werden können, sind solche Überweisungen auf das Referenzkonto jedoch jederzeit möglich.

Falls Tagesgeldkonto und das als Referenzkonto hinterlegte Girokonto bei verschiedenen Banken geführt werden, sollte man aber beachten, dass es in diesem Fall ein bis zwei Bankarbeitstage dauern kann, bis der Geldeingang auf dem Girokonto verzeichnet wird. Im Optimalfall sollte man als Sparer also einige Tage im Voraus wissen, wann man Geld vom Tagesgeldkonto benötigt, so dass man rechtzeitig alle nötigen Schritte in die Weg zu leiten um dann am anvisierten Tag auch auf das Geld zugreifen zu können.

Festgeld/Sparbrief

Bei einem Festgeldkonto oder einem Sparbrief wird ein Geldbetrag für einen bestimmten Zeitraum fest angelegt. Er ist während dieses Zeitraums nicht verfügbar. Es kann also kein Geld abgehoben oder eingezahlt werden, noch können sonstige Transaktionen getätigt werden. Erst zum Ende der vereinbarten Laufzeit erhält der Sparer den Betrag plus Zinsen zurück – je nach Konditionen muss aber noch eine explizite Kündigung des Festgeldes zum Laufzeitende erfolgen.

Benötigt der Sparer das Geld bereits vor Laufzeitende, ist er auf die Kulanz der Bank angewiesen. Denn diese ist nicht verpflichtet, eine vorzeitige Kündigung zu akzeptieren. Tut sie es dennoch, hat dies meist Nachteile für den Sparer. In der Regel gehen alle bis zum Kündigungszeitpunkt angelaufene Zinsen verloren und es sind im schlimmsten Fall noch Verwaltungs- und Kündigungskosten zu tragen – besonders ärgerlich, wenn der Großteil des Sparzeitraums bereits vorüber ist.

Abgesehen von den Strafgebühren bei einer vorzeitigen Kündigung, fallen bei Festgeldkonten oder Sparbriefen keine Gebühren an. Der Unterschied zwischen beiden Festgeldanlagen besteht auch sonst nur in den verfügbaren Laufzeiten: Festgeldkonten besitzen Laufzeiten zwischen 30 Tagen und 12 Monaten, während Sparbriefe auf 1 bis 10 Jahre abgeschlossen werden können.

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