Versicherungen zur Vorsorge

Im Bereich der Vorsorgeversicherungen muss man zwischen verschiedenen Versicherungsarten unterscheiden. Einige Vorsorgeversicherungen, beispielsweise die Berufsunfähigkeitsversicherung, dienen hauptsächlich dazu, im Fall eines Unfalls oder ähnlichem finanziell abgesichert zu sein, zahlen aber in der Regel am Ende der Versicherungslaufzeit kein Geld aus, falls der versicherte Fall nicht eingetreten ist. Daneben gibt es andere Vorsorgeversicherungen, die das eingezahlte Geld zu bestimmten Zeitpunkten an den Versicherten oder einen eingetragenen Begünstigten auszahlen. Beispiele hierfür sind die Lebensversicherung oder die Ausbildungsversicherung. Auch wenn der erste Typ der Vorsorgeversicherungen zweifellos wichtig ist, soll es im Folgenden um den zweiten Typ von Vorsorgeversicherungen gehen, bei denen am Ende der Laufzeit ein Betrag zur Auszahlung kommt.
Die bekanntesten Typen von Vorsorgeversicherungen mit Auszahlung sind die private Rentenversicherung und die Lebensversicherung. Sie werden in separaten Kapiteln ausführlich vorgestellt und beleuchtet. Daneben gibt es aber noch weitere Vorsorgeversicherungen, deren Abschluss jedoch nicht immer sinnvoll ist und der daher gut überlegt sein muss.

Ausbildungsversicherung

Ein Beispiel für eine eher unbekannte Vorsorgeversicherung ist die Ausbildungsversicherung. Mit ihr machen sich die Versicherungsunternehmen die Tatsache zu Nutze, dass fast alle Eltern oder Großeltern für die Ausbildung des Kindes oder Enkelkindes vorsorgen möchten. Dies ist durchaus sinnvoll, denn laut dem Deutschen Studentenwerk DWS kostet zum Beispiel ein Studium, das innerhalb der Regelstudienzeit abgeschlossen wird, zwischen 40.000 und 50.000 Euro. Ob aber die Ausbildungsversicherung die beste Möglichkeit ist, um diese Kostenlast zu mindern, ist fraglich. Mehr Informationen...

Die Ausbildungsversicherung ist im Wesentlichen eine besondere Art von Lebensversicherung, die zugunsten des Kindes abgeschlossen wird. Versichert wird aber dennoch nicht das Kind, sondern die Person, die die Ausbildungsversicherung abschließt. Das bedeutet aber auch, dass die Versicherung teurer wird, je älter die Person ist, die sie abschließt. Schließen die Großeltern eine Ausbildungsversicherung für ihr Enkelkind ab, zahlen sie mehr für die Versicherung, als wenn die Eltern eine identische Ausbildungsversicherung für das gleiche Kind abschließen würden. Dies liegt daran, dass hinter der Ausbildungsversicherung eine Risikolebensversicherung steht, die die weiteren Einzahlungen übernimmt, falls der Beitragszahler sterben sollte. Da das Risiko für einen Tod bei den Großeltern höher ist als bei den Eltern, zahlen diese einen höheren Risikoaufschlag.

Ausgezahlt wird die angesparte Summe dann zu einem festgelegten Zeitpunkt, meist nach einer Laufzeit von 12 bis 22 Jahren, in denen regelmäßig Beiträge eingezahlt wurden. Der Auszahlungszeitpunkt lässt sich nach Abschluss der Versicherung nicht mehr verändern. Dies kann problematisch sein, wenn das Kind doch nicht den ursprünglich gewünschten Ausbildungsweg einschlägt und beispielsweise nach der Mittleren Reife eine Ausbildung beginnt, anstatt das Abitur abzulegen und zu studieren. In diesem Modellfall wäre es sinnvoll, wenn die Ausbildungsversicherung bereits nach 16 Jahren und nicht erst nach 18 Jahren ausgezahlt werden würde. Hat man die Laufzeit von 18 Jahren allerdings mit der Versicherung vereinbart, kann man dies kaum ändern und muss die ersten Jahre der Ausbildung zunächst anders finanzieren. Die Ausbildungsversicherung ist somit sehr unflexibel.

Auch ein Rückkauf der Versicherung ist oft keine wirkliche Option, denn der Rückkaufwert ist vor allem in den ersten Jahren nach dem Abschluss der Versicherung sehr gering. Denn von den regelmäßigen Beiträgen werden noch Abschlussgebühren und Verwaltungskosten abgezogen, die vor allem zu Beginn der Versicherung sehr hoch sind. Somit fließt nur ein Teil des Beitrags auch tatsächlich in die Versicherung und wird für die Ausbildung des Kindes angespart. Wird eine Ausbildungsversicherung nach einer Laufzeit von nur wenigen Jahren bereits wieder gekündigt, erhält der Anleger meist weniger heraus, als er bis zu diesem Zeitpunkt eingezahlt hat.

Auch sonst sind die Renditen bei der Ausbildungsversicherung nicht besonders hoch. Klassische Ausbildungsversicherungen investieren hauptsächlich in festverzinsliche Anlagen. Verbraucherschützer haben berechnet, dass die garantierte Rendite dabei nach zehn Jahren oftmals nur bei einem Prozent liegt. Eine solche Rendite kann auch mit anderen, flexibleren Anlageformen erzielt werden. Bei Ausbildungsversicherungen, die höhere Renditen versprechen, handelt es sich meist um fondsgebundene Varianten. Dort unterliegt die Anlage allerdings den Schwankungen an den Finanzmärkten und der festgesetzte Auszahlungszeitpunkt könnte zu einem am Markt ungünstigen Zeitpunkt stattfinden. Für Anleger wäre es auch hier besser, statt in eine fondsgebundene Ausbildungsversicherung in einen Fondssparplan zu investieren, um die Ausbildung des Kindes finanziell abzusichern. Denn mit einem Fonds-Sparplan können ähnliche Renditen bei geringeren Kosten und höherer Flexibilität erzielt werden. Falls auch hier der Todesfall und die weitere Beitragszahlung danach abgesichert werden soll, empfiehlt sich der zusätzliche Abschluss einer Risikolebensversicherung, die oft schon für wenige Euro im Monat zu haben ist.

Sterbegeldversicherung

Auch bei der Sterbegeldversicherung handelt es sich im Prinzip um eine kleine Kapitallebensversicherung. „Klein“ deshalb, weil die Versicherungssumme meist nur zwischen 5.000 Euro und 10.000 Euro liegt. Das ist genug, um ein würdevolles Begräbnis zu finanzieren. Denn genau dafür ist die Sterbegeldversicherung gedacht. Mehr Informationen...

Mit der Sterbegeldversicherung kann für das eigene Begräbnis vorgesorgt werden, so dass diese Kosten nicht an die Hinterbliebenen abgewälzt werden müssen. Dafür zahlt der Versicherte über einen bestimmten Zeitraum, meist 10 bis 25 Jahre, monatlich Beiträge in die Versicherung ein. Die Höhe der Beiträge hängt dabei sowohl von der vereinbarten Versicherungssumme als auch vom Alter des Versicherten ab. Im Todesfall zahlt die Versicherung die vereinbarte Summe aus der Sterbegeldversicherung an die Hinterbliebenen aus, die damit das Begräbnis finanzieren sollen. Der Versicherungsschutz greift dabei schon während der Zeit, in der Beiträge eingezahlt werden bis zum Lebensende der versicherten Person. Um sicherzustellen, dass das Begräbnis so verläuft, wie man es sich als Versicherter wünscht, kann man neben der Sterbegeldversicherung auch Vorverträge mit einem Bestattungsunternehmen abschließen.

Bei Sterbegeldversicherungen gibt es aber ein paar Punkte, die beachtet werden müssen. Wenn Sterbegeldversicherungen ohne vorherige Gesundheitsprüfung angeboten werden, beinhalten diese meist eine Wartezeit von zwölf Monaten bis drei Jahren nach Abschluss. Stirbt der Versicherte bereits in dieser Zeit, erhalten die Hinterbliebenen meist kaum mehr als die einbezahlten Beiträge und nicht die volle Versicherungssumme. Erst wenn die Wartezeit abgelaufen ist und der Versicherte dann stirbt, kommt die volle Summe zur Auszahlung.

Daneben lohnt sich die Sterbegeldversicherung nur bedingt für Menschen über 65 Jahren, da die Versicherung durch die dann höheren Risikobeträge sehr teuer werden kann. Das Magazin „Finanztest“ hat berechnet, dass ein Kunde, der die Versicherung im Alter von über 65 Jahren beim schlechtesten Anbieter abschließt, über die Einzahlungszeit hinweg nahezu das Doppelte der Versicherungssumme einzahlt. Es wird also fast der gleiche Betrag, der angespart werden soll, auch als Risikoschutz und Verwaltungskosten an die Versicherung gezahlt. Doch auch wenn man die Sterbegeldversicherung abschließt, bevor man 65 Jahre alt ist, sollte man sich bewusst sein, dass diese recht teuer ist und nur ein Teil der Beiträge wirklich angespart wird. Vom Rest werden Verwaltungskosten und Risikobeträge an die Versicherung gezahlt.

Es muss also jeweils im Einzelfall überlegt werden, ob eine Sterbegeldversicherung sinnvoll ist oder nicht besser ein Sparplan auf ein Tagesgeldkonto eingerichtet werden sollte und zusätzlich noch eine Risikolebensversicherung, die im vorzeitigen Todesfall einspringt und dann den Geldbetrag auszahlt, der beim Sparplan noch fehlt um die Begräbniskosten zu decken.

Eine Sterbegeldversicherung kann sich aber für bestimmte Gruppen dennoch lohnen. Denn vor allem ältere oder gesundheitlich vorbelastete Menschen können meist keine neue Risikolebensversicherung mehr abschließen, da sie von der Versicherungsgesellschaft abgewiesen werden. Sterbegeldversicherungen gibt es aber auch ohne Gesundheitscheck. Sie bieten für diese Menschen somit oft die einzige Alternative, um Geld für die Beerdigung zu hinterlassen. Die eventuelle Wartezeit und die hohen Risikobeiträge müssen dabei in Kauf genommen werden. Oft werden sie dies in diesem Fall auch gerne, da angenommen wird, dass man aufgrund eines früheren Todes die Beiträge sowieso nicht bis zum Ende der vereinbarten Einzahlungszeit leisten muss.

Auch wenn ältere Menschen über kein Erspartes verfügen, das sie auf einem Tagesgeldkonto zurücklegen können, ist die Sterbegeldversicherung eine Überlegung wert. Denn die monatlichen Beiträge sind nicht besonders hoch und der Schutz der Versicherung greift sehr schnell – schneller als das Geld für die Beerdigung auf einem Konto angespart wäre. Das heißt allerdings nicht, dass alle älteren Menschen ohne Erspartes unbedingt eine Sterbegeldversicherung brauchen. Denn wenn man ohne nahe Angehörige und alleinstehend ist sowie kein Vermögen hinterlässt, muss der Staat für die Beerdigung aufkommen. Eine Sterbegeldversicherung wäre in diesem Fall verschenktes Geld.

Lebensversicherung

Bei der Lebensversicherung handelt es sich um eine Personenversicherung, die den Tod der versicherten Person für die Hinterbliebenen finanziell absichern soll. Der Versicherungsfall tritt daher bei der Lebensversicherung dann ein, wenn der Versicherte während der Versicherungszeit stirbt. Mehr Informationen...

Lebensversicherungen gibt es jedoch in verschiedenen Ausprägungen. Die Risikolebensversicherung sichert nur den Tod der versicherten Person ab. Das heißt, im Todesfall wird ein zuvor vereinbarter Betrag an den Begünstigten ausbezahlt. Die kapitalbildende Lebensversicherung dient neben der Absicherung für den Todesfall auch zum Ansparen von Vermögen. Der angesparte Betrag plus Zinsen und Überschussanteilen wird am Ende der Versicherungszeit ausgezahlt, wenn der Todesfall bis dahin nicht eingetreten ist. Daneben gibt es auch noch die fondsgebundene Lebensversicherung, die weitgehend der kapitalbildenden Lebensversicherung entspricht, bei der die eingezahlten Beiträge jedoch in Fonds angelegt werden.

Die Lebensversicherung kann auch mit weiteren Zusatzversicherungen kombiniert werden. So kann beispielsweise eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung oder eine Pflegerente-Zusatzversicherung in die Lebensversicherung mit eingeschlossen werden. Im Folgenden sollen jedoch nur die drei Hauptausprägungen der Lebensversicherung näher beleuchtet werden.

Risikolebensversicherung

Die Risikolebensversicherung ist ein reiner Todesfallschutz. Sie deckt ausschließlich den Todesfall der versicherten Person ab. Lebt die versicherte Person zum Ende der Laufzeit noch, gibt es also keine Kapitalauszahlung wie bei der kapitalbildenden Lebensversicherung. Stirbt die versicherte Person während der Versicherungslaufzeit wird die vereinbarte Summe an den Begünstigten ausgezahlt. Dem voran geht aber eine Prüfung der Todesumstände, die entscheidet, ob die Versicherung überhaupt zur Auszahlung kommt oder nicht. Denn Lebensversicherungen zahlen nur bei einer natürlichen Todesursache oder bei einem Unfalltod. Beides muss allerdings schriftlich belegt werden, beispielsweise durch den Totenschein. Mehr Informationen...

Die meisten Lebensversicherungen, egal ob Risikolebensversicherung oder kapitalbildende Lebensversicherung, zahlen also nicht bei Selbstmord, oder nur, wenn der Selbstmord nicht innerhalb der ersten drei Jahre nach Abschluss der Versicherung geschieht. Ebenso wird die Versicherung bei einem gewaltsamen Ableben nur dann ausgezahlt, wenn die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen sind und ergeben haben, dass der Begünstigte nicht am Ableben des Versicherungsnehmers beteiligt war. Auch wenn sich nach dem Tod des Versicherten herausstellt, dass dieser bei Abschluss der Versicherung falsche Angaben gemacht hat, zum Beispiel zu seinem Gesundheitszustand, kann die Versicherung die Auszahlung der Versicherungssumme verweigern. Viele Lebensversicherungen beinhalten außerdem eine Klausel, die besagt, dass die Versicherung nicht zahlen muss, wenn der Versicherte in einem Krisengebiet ums Leben kommt. Es gilt also vor Abschluss der Versicherung die Auszahlungsbedingungen genau zu studieren und alle von der Versicherung verlangten Angaben wahrheitsgemäß zu tätigen.

Da die Risikolebensversicherung ein sehr einfaches Versicherungsmodell besitzt und auch nur im Todesfall zur Auszahlung kommt, sind die Beiträge sehr niedrig und keinesfalls mit den Beiträgen einer kapitalbildenden Lebensversicherung zu vergleichen, die aufgrund der Sparbeiträge deutlich höher liegen.

Die Höhe der Beiträge ist bei der Risikolebensversicherung aber nicht für jeden gleich, sondern hängt von den Lebensumständen des Versicherungsnehmers ab. Die Beiträge für die Lebensversicherung sind besonders niedrig, wenn der Versicherungsnehmer jung und gesund ist und keine gefährlichen Hobbys wie beispielsweise Fallschirmspringen ausübt. Dann sind Risikolebensversicherungen bei den günstigsten Anbietern meist schon für einen einstelligen Eurobetrag im Monat zu haben. Der monatliche Beitrag richtet sich aber auch danach, wie hoch die Versicherungssumme sein soll. Diese kann der Versicherungsnehmer innerhalb eines gewissen Rahmens selbst wählen, ebenso wie die Laufzeit der Versicherung, die ebenfalls die Höhe der Versicherungsbeiträge mitbestimmt. Je kürzer die Versicherungslaufzeit ist, desto niedriger sind auch die Beiträge, da die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass der Versicherte während dieser Zeit verstirbt und der Leistungsfall für die Versicherung eintritt.

Risikolebensversicherungen gibt es mit gleichbleibender oder fallender Versicherungssumme. Bei einer fallenden Versicherungssumme wird der im Todesfall ausgezahlte Beitrag jährlich in festgelegten Schritten kleiner, je länger die Versicherung läuft. Diese Art von Risikolebensversicherung ist vor allem dann sinnvoll, wenn damit laufende Rückzahlungen von Darlehen oder Krediten abgesichert werden sollen. Denn in diesen Fällen wird das finanzielle Risiko, das abgesichert werden muss, immer kleiner, da ja mit der Zeit auch hier Raten zurückgezahlt werden und somit die Höhe des noch offenen Rückzahlungsbetrags stetig abnimmt. Bei Risikolebensversicherungen mit fallender Versicherungssumme sollte man allerdings ganz genau prüfen, dass die Laufzeit der Risikolebensversicherung auch mit der Restlaufzeit des Kredites bzw. des Darlehens übereinstimmt und dass die Versicherungssumme immer der restlichen Darlehenshöhe entspricht, dass also die Anpassungsschritte bei der Versicherungssumme nicht so groß sind, dass diese schneller fällt als die restliche Rückzahlungssumme für das Darlehen.

Aufgrund ihrer Ausgestaltung und der niedrigen Beiträge ist eine Risikolebensversicherung sehr sinnvoll, um die Familie bei dem Tod des Hauptverdieners finanziell abzusichern. Denn die Witwen- und Waisenrente reicht wie so viele staatliche Leistungen heute bei weitem nicht mehr aus, um die entstehende Versorgungslücke zu decken. Auch wenn Kredite abbezahlt werden müssen, sollte man über eine Risikolebensversicherung nachdenken, um seinen Hinterbliebenen nach einem möglicherweise überraschenden Ableben nicht auch noch Kreditschulden zu hinterlassen. Die Risikolebensversicherung lohnt sich hier also.

Kapitalbildende Lebensversicherung

Die kapitalbildende Lebensversicherung ist eine Mischform aus Risikolebensversicherung und einer kapitalbildenden Geldanlage, wobei die Sparkomponente klar im Vordergrund steht. Mit einer kapitalbildenden Lebensversicherung ist also nicht nur der Todesfall des Versicherten abgesichert, sondern es wird über die Laufzeit der Versicherung hinweg auch Geld angespart. Daher kommt die Versicherung auch in zwei Fällen zur Auszahlung. Die Versicherung wird entweder dann ausgezahlt, wenn der Versicherte während der Laufzeit stirbt. Dann erhält der Begünstigte die vereinbarte Versicherungssumme. Der zweite Auszahlungsfall tritt ein, wenn der Versicherte das Laufzeitende erlebt. Dann wird das angesparte Geld plus des Überschussanteils an ihn ausbezahlt. Meist kann dabei sogar zwischen einer Einmalzahlung und regelmäßigen Rentenzahlungen bis zum Lebensende gewählt werden. In letzterem Fall muss die Versicherung zur Auszahlung allerdings an eine Rentenkasse übertragen werden, da Versicherungsgesellschaften die Rentenzahlung nicht selbst anbieten. Mehr Informationen...

Wird die Versicherung zum Laufzeitende ausbezahlt, dann ist die Hälfte der Erträge steuerfrei, wenn die Versicherung nach dem 62. Lebensjahr des Versicherten endete. Ist dies nicht der Fall, müssen sämtliche Erträge aus der Lebensversicherung versteuert werden.

Da mit der kapitalbildenden Lebensversicherung auch Geld angespart werden soll, sind die monatlichen Beiträge deutlich höher als bei einer Risikolebensversicherung, die nur den Todesfall absichert und nichts an den Versicherten zurückzahlt, falls dieser nicht während der Versicherungsdauer eintritt. Die hohen Beiträge und auch die lange Laufzeit, über die diese eingezahlt werden müssen, sollten also beim Abschluss einer kapitalbildenden Lebensversicherung beachtet werden. Denn die Laufzeit der Versicherung beträgt mindestens 12 Jahre, oft sogar deutlich mehr. Es ist zwar auch möglich, die Versicherung beitragsfrei zu stellen, so dass die Raten ausgesetzt werden. Dann spart man zwar nichts mehr an, die laufenden Gebühren der Versicherung müssen aber trotzdem bezahlt werden und werden dann von dem schon Ersparten abgezogen, so dass diese Summe langsam abschmilzt.

Dass kapitalbildende Lebensversicherungen aufgrund der Sparkomponente hohe Gebühren haben, sollte man sich außerdem klarmachen. Abschlussgebühren und Provisionen werden direkt von den ersten Beiträgen abgezogen, so dass der Rückkaufwert der Versicherung zu Beginn sehr niedrig ist und auch nicht der gesamte zum Sparen gedachte Betrag in den Vermögensaufbau fließt. Auch später schlagen Gebühren für die Anlage und Verwaltung des Sparbeitrags zu Buche.

Trotz der hohen Gebühren sind kapitalbildende Lebensversicherungen für viele Sparer vor allem wegen der Garantieverzinsung attraktiv. Im Gegensatz zu vielen anderen Anlage- und Sparformen bieten kapitalbildende Lebensversicherungen über die gesamte Laufzeit von teils mehreren Jahrzehnten eine gesetzlich festgeschriebene Garantieverzinsung. Erwirtschaftet die Versicherungsgesellschaft mit dem Geld der Versicherten eine höhere Rendite als über die Garantieverzinsung festgeschrieben, werden die Versicherten durch Überschussanteile daran beteiligt. Dennoch sollte man sich genau überlegen, ob die Höhe des Garantiezinses es wert ist, sich und sein Kapital jahrzehntelang zu binden. Denn dieser soll für Neukunden ab 1. Januar 2015 von derzeit 1,75 Prozent auf nur noch 1,25 Prozent gesenkt werden. Garantiezinsen von 4 Prozent gehören damit also längst der Vergangenheit an. Auch auf die Überschussanteile sollte man sich nicht verlassen, da es immer vom Markt abhängt, ob die Versicherung einen hohen Überschuss erwirtschaften kann oder nicht.

Den Abschluss einer kapitalbildenden Lebensversicherung sollten man aufgrund der kleinen Zinsen und hohen Gebühren also gut überdenken. Auch mit anderen sicheren Sparformen kann man eine ähnliche Verzinsung erreichen, wenn man sein Geld über mehrere Jahre fest bindet. Es könnte sich also eine eigene Kombination aus einer Risikolebensversicherung und einer anderen Form der Vermögensbildung, die nicht im Versicherungsmantel daher kommt, mehr lohnen.

Fondsgebundene Lebensversicherung

Die fondsgebundene Lebensversicherung dient, wie die kapitalbildende Lebensversicherung, sowohl der Absicherung des Todesfalls als auch der Vermögensbildung. Der Unterschied zur kapitalbildenden Lebensversicherung besteht allerdings darin, dass die fondsgebundene Lebensversicherung die Sparbeiträge der Versicherten in Investmentfonds anlegt. Die Fonds können dabei meist vom Versicherten selbst ausgewählt werden, eventuell stellt die Versicherung auch eine Liste an Fonds zur Verfügung, aus der dann gewählt werden kann. Auch ein Wechsel der Fonds während der Versicherungslaufzeit ist möglich, es fallen dabei jedoch zusätzliche Kosten an, die einkalkuliert werden müssen. Ein häufiger Wechsel der Fonds ist daher nicht zu empfehlen. Doch auch, wenn man längere Zeit bei den ausgewählten Fonds bleibt, fallen für die Verwaltung der Fondsanteile sowie das Management des Fonds Kosten an, die von den monatlichen Versicherungsbeiträgen abgezogen werden. Mehr Informationen...

Auch bei der fondsgebundenen Lebensversicherung wird die Versicherungsleistung im Todesfall vertraglich genau festgelegt. Einen Garantiezins für die Auszahlung im Erlebensfall, wie bei der kapitalbildenden Lebensversicherung, gibt es jedoch nicht, da der Wert der Fondsanteile von der Lage an den Finanzmärkten und dem Können des Fondsmanagers abhängt. Es ist daher möglich, dass der Versicherte mit der fondsgebundenen Lebensversicherung Erträge von 8 Prozent pro Jahr erwirtschaftet, genauso besteht aber auch die Gefahr, dass die Kurse der Fonds zum Zeitpunkt des Auslaufens der Versicherung schlecht stehen, was sich nachteilig für den Versicherten auswirkt und im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass die Auszahlung deutlich unter dem Betrag liegt, der über die Jahre hinweg in die Versicherung einbezahlt wurde. Fondsgebundene Lebensversicherungen bieten also höhere Chancen aber dafür weniger Sicherheit als klassische kapitalbildende Lebensversicherungen.

Um das Risiko bei fondsgebundenen Lebensversicherungen etwas zu mindern, ist es je nach Versicherungsgesellschaft auch möglich, im Versicherungsvertrag eine Beitragserhaltungsgarantie festzusetzen. Dann erhält der Versicherte zum Laufzeitende der Versicherung immerhin eine Auszahlung in Höhe seiner eingezahlten Sparbeiträge zurück. Wird eine Beitragserhaltungsgarantie festgesetzt, investiert die Versicherung allerdings entweder nicht mehr den gesamten Sparbetrag in Fondsanteile oder legt das Geld nur in Garantiefonds an, was nicht nur das Risiko sondern gleichzeitig auch die Chancen dieses Lebensversicherungstyps mindert.

Eine andere Möglichkeit, das Risiko etwas besser zu kontrollieren, bietet sich dann an, wenn die Kurse der Fonds, in die man über die Versicherung investiert ist, zum Laufzeitende schlecht stehen. Denn man kann sich bei der fondsgebundenen Lebensversicherung zum Laufzeitende auch die Fondsanteile überschreiben, anstatt sich nur deren Gegenwert auszahlen zu lassen. Benötigt man das über die Versicherung angesparte Kapital nicht direkt zum Laufzeitende, kann man die Fondsanteile selbst noch etwas halten und für den Verkauf auf bessere Börsenzeiten warten.

Zusammengefasst handelt es sich bei fondsgebundenen Lebensversicherungen also um einen Fondssparplan im Versicherungsmantel mit zusätzlicher Risikolebensversicherung. Als Anleger sollte man auch hier darüber nachdenken, ob ein getrenntes Investment in eine Risikolebensversicherung und einen Fondssparplan nicht sinnvoller wäre, da dabei weniger Gebühren anfallen und man zu jeder Zeit die volle Kontrolle über seine Fondsanteile hat und außerdem flexibler beim Verkauf und Zukauf der Fondsanteile oder der Aussetzung der Sparraten ist.

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