Vorsorge- und Zwecksparen

Warum langfristig sparen?

Gespart hat jeder schon einmal in seinem Leben, egal ob auf die neuen Möbel, den größeren Flatscreen oder das schnellere Auto. Meist steht dabei ein konkretes Ziel vor Augen, für das man bereit ist, sich in seinem Konsumverhalten zeitweise einzuschränken und das Geld für die große zukünftige Anschaffung zurückzulegen. Man spart also für einen bestimmten Zweck.
Dies kann man bei kleineren Anschaffungen für sich selbst tun, indem man das Geld, das man im täglichen Leben entbehren kann, regelmäßig in sein Sparschwein steckt oder auf das Konto einzahlt, bis der benötigte Betrag erreicht ist. Hierbei macht einem niemand Vorschriften, in welchen Zeitintervallen man Geld zurücklegen muss oder wie hoch die einzelnen Beträge sein müssen. Man erhält aber auch keine externe Hilfe, beispielsweise in Form von Zuschüssen. Und vor allem bei größeren Anschaffungen wie dem Kauf einer eigenen Immobilie, dauert das Sparen auf diesem Weg sehr lange. Wenn man aber genau weiß, für welchen Zweck das gesparte Geld in der Zukunft eingesetzt werden soll, gibt es mehrere Produkte auf dem Markt, die einem dabei helfen sollen, dieses Ziel schneller und besser zu erreichen.

In der Finanzbrache wird dabei unterschieden zwischen Zwecksparen, Vermögensbildung und Vorsorgesparen.

Unter Zwecksparen wird dabei meist nicht nur das zweckgebundene Ansparen von Geld verstanden, sondern das Sparen ist gekoppelt mit dem Recht auf ein Darlehen, durch das man das anvisierte Ziel schneller erreichen kann. Dies ist beispielsweise beim Bausparvertrag der Fall, bei dem man nach einer gewissen Ansparzeit neben dem Recht auf die bislang angesparte Summe plus Zinsen auch ein Recht auf ein Bauspardarlehen erhält, das man zweckgebunden für den Erwerb oder die Sanierung einer Immobilie einsetzen kann.

Das Vorsorgesparen ist hingegen dadurch gekennzeichnet, dass meist über mehrere Jahrzehnte hinweg, und damit deutlich länger als beim Zwecksparen, Geld angespart wird. Dieses soll dann zur Absicherung im Alter oder im Pflegefall, bei plötzlicher Krankheit oder Arbeitslosigkeit dienen. Besonders in der heutigen Zeit sollte möglichst früh mit dem Vorsorgesparen begonnen werden, da die staatlichen Leistungen immer geringer ausfallen und bereits heute nicht mehr ausreichen, um im Alter den bisherigen Lebensstandard zu halten.

Die Vermögensbildung als dritte Art des Sparens wird in Deutschland vom Staat und vom Arbeitgeber unterstützt. Bei der Vermögensbildung muss es keinen bestimmten Zweck geben, für den gespart wird, es ist jedoch auch eine Koppelung mit dem Zwecksparen, zum Beispiel in Form von Bausparverträgen möglich. Bei Vermögenswirksamen Leistungen handelt es sich um kleine Geldbeträge, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer anlegt. Viele Arbeitnehmer haben laut Arbeits- oder Tarifvertrag einen Anspruch auf Vermögenswirksame Leistungen, doch nur wenige nutzen sie. Dabei lässt sich über Vermögenswirksame Leistungen leicht ein kleines Vermögen aufbauen. Denn auch wenn der Arbeitgeber monatlich nur geringe Summen als Vermögenswirksame Leistungen für den Arbeitnehmer anlegt, können sich daraus über die Ansparzeit hinweg beachtliche Beträge entwickeln.

Dies gilt aber nicht nur für die Vermögensbildung, sondern auch für Zweck- und Vorsorgesparen. Auch wenn bei allen Spararten regelmäßig, z.B. monatlich oder vierteljährlich, nur ein kleiner Betrag eingezahlt wird, kann sich über die Laufzeit von mehreren Jahren oder Jahrzehnten daraus eine beachtliche Summe entwickeln.

Wegen den langen Laufzeiten und dem daraus resultierenden Zinseszinseffekt ist es bei diesen Sparformen besonders wichtig, verschiedene Angebote gut miteinander zu vergleichen. Denn schon kleine Abweichungen können auf eine Laufzeit von 20 Jahren oder mehr gesehen immense finanzielle Auswirkungen haben.

Bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro und einem Zins von 2,75 Prozent, der jährlich gutgeschrieben wird, sammelt sich über 20 Jahre hinweg durch die regelmäßigen Einzahlungen und den Zinseszins beispielsweise ein Guthaben von 31.905,16 Euro an. Bei einem Zinssatz von 2,95 Prozent sind es dagegen schon 32.593,58 Euro. Das heißt, bei einem eingezahlten Betrag von 24.000 Euro erhält man einmal 7.905,26 Euro an Zinsen, beim anderen Mal 8.593,58 Euro. Bei einem um nur 0,2 Prozentpunkte höheren Zinssatz erhält man also einen um 688,42 Euro oder 8,7 Prozent höheren Zinsertrag.

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